#waytostrizzi Gastbeitrag von Michel und Thomas

#waytostrizzi

Nach zwei Jahren hat es endlich geklappt und wir hatten Ferien beim Captain gebucht. Am Donnerstag 17. März flogen wir von Genf via Frankfurt nach Cancun, Mexico. Abends um 18 Uhr sind wir ohne weitere Probleme in Cancun gelandet. Direkt im Anschluss ging es per Minivan für 2 Stunden weiter nach Tulum, wo wir im Voraus ein Zimmer gebucht hatten. Der nächsten Morgen haben wir uns am wunderschönen Strand von Tulum von den Reisestrapazen erholt, bevor es nachmittags weiter nach Bacalar ging. Ein Ort abgelegen von den grossen Touristenströmen wie man sie vor allem in Cancun und Playa del Carmen findet. Bacalar welcher sich als Zwischenstopp auf dem Weg nach Belize ausgezeichnet eignet, liegt am grössten See von Mexico. Wir haben uns direkt in den verträumten Ort verliebt. Der Blick über den 7 farbigen See ist einfach genial.

Nach 3 erholsamen Tagen sind wir mit dem Bus weiter nach Chetumal welches an der Grenze zu Belize liegt. Nach dem üblichen Papierkrieg mit den Grenzbehörden sind wir per Boot weiter nach Caye Caulker in Belize, eine paradiesische Insel mit türkis blauem Wasser. Dort hatten wir uns mit Patric verabredet. Das Wetter hat nicht ganz mitgespielt und wir mussten noch zwei weitere Tage auf den Captain warten. Scheint als das Wetter doch noch eine wichtige Rolle spielt beim Segeln :-)

Nach zwei Tagen des Wartens war es dann so weit und es kam zum grossen Widersehen mit Strizzi, welches mit ein paar Bier begossen wurde. Danach haben wir unseren Schlafplatz auf der Southern Mist bezogen. Unsere schlimmsten Befürchtungen hatten sich nicht bestätigt. Das Boot bietet genügend Platz für zwei Gäste. Selbstverständlich wurde Patrick au noch ge-ICED :) sprich er musste auf seinem Boot vor uns auf die Knie und ein Smirnoff Ice auf Ex austrinken. Die ersten Tage haben wir genutzt um Proviant einzukaufen, den Segeltörn zu planen und um vor der Insel zu Schnorcheln. Schon beim ersten Ausflug haben wir zwei Adlerrochen gesichtet und dies unweit vom Segelboot. Nach drei Tagen hatten wir ein günstiges Wetterfenster und es hiess es Anker los und Segel setzten. Ich habe mich beim Start um den Anker gekümmert, Thomas war am Steuer und Patric hat probiert dies zu koordinieren. Nach etwa 5min hatten wir es bereits geschafft einen kleinen Holzpfeiler zu rammen – nichts passiert weiter geht’s :-) So erreichten wir am späteren Nachmittag unser erstes Ziel Water Caye. Nach dem Ankermanöver gab es für alle ein wohl verdientes Ankerbier und ein Lob vom Captain. Das Missgeschick mit dem Holzpfeiler hatte er bereits vergessen.

Am nächsten Tag sind wir eine Strecke gesegelt welche auch Patric zuvor noch nie gesegelt war. Eine anspruchsvolle Strecke welche uns quer durch das Turneffe Atoll führte. Es musste ständig auch die Wassertiefe geachtet werden, da das Wasser in dieser Gegend nicht sehr tief ist. Auf unserem Weg begleiteten uns unter anderem mehrere Male Delphine. Immer wieder ein wunderschöner Moment, wenn diese Tiere vor dem Bug vor einem hin- und herspringen.

An den nächsten Tagen haben wir noch folgende Orte angesegelt: Black Bird Caye, Long Caye, Tobacco Caye, English Caye und am Schluss ging es zurück nach Caye Caulker.

An Long Caye haben wir mehrere Tage verbracht und die Zeit so richtig genossen. Long Caye liegt unweit vom weltbekannten Blue Hole welches dem wunderschönen Lighthouse Reef angehört. Ein idealer Ort zum Schnorcheln und Tauchen. Eine richtige Schweizer Mahlzeit durfte bei unserem Besuch natürlich nicht fehlen und so gab es an einem Abend am Long Caye ein Käsefondue mit Johannisberg und Abricotine Douce. Ich glaube Patric läuft jetzt noch das Wasser im Mund zusammen, wenn er daran denkt.

An unserem vorletzten Abend sind wir dann noch so richtig um Häuser gezogen. Da wir vor Anker lagen in Caye Caulker mussten wir die letzten Meter mit dem Dinghy zurücklegen. Bei der Southern Mist angekommen, musste noch der Motor des Beibootes hochgezogen werden und anschliessend Dingfest gemacht werden. Dies mit unruhiger See, Dunkelheit und drei doch ziemlich angetrunken Seemännern. Da geschah es – der Captain fiel von seinem eigenen Dinghy :)

Der letzte gemeinsame Tag stand ganz im Zeichen der Erholung und des Packens, denn wir mussten am nächsten bereits um 05h30 bei der Fähre stehen, welche Patric nach San Pedro brachte und uns zurück nach Chetumal in Mexiko. Von dort sind wir direkt weiter nach Tulum. Wir haben den kurzen Aufenthalt in Tulum noch genutzt um nach unseren Mexiko Ferien vor einigen Jahren nochmals die wunderschönen Maya Ruinen direkt am Strand von Tulum zu besichtigen. Die letzten Tage haben wir in Playa del Carmen verbracht. Im Nachhinein die falsche Entscheidung, Tulum ist doch um einiges entspannter und schöner.

Die Zeit auf dem Boot mit El Capitano war sensationell. Man gibt vielen unnötigen Luxus auf, bekommt aber viel mehr zurück. Jeden Tag wunderschöne Landschaften, klares türkis farbenes Wasser und Ruhe. Die Zeit auf dem Boot war extrem erholsam und eine wunderbare neue Erfahrung. Wir haben die gemütlichen Abende bei gutem Essen und Patric sehr genossen. Was gib es schöneres als einen guten Rum auf einem Segelboot zu geniessen und dies noch mit dem besten Freund als Captain.

Strizzi merci fer di super ziit, wier heisus gegnossu und chäme sichher numal verbii!

Hasto pronto hermano y que te vaya muy bien!

Mitch und Thomi

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Überfahrt nach Belize / Crossing to Belize


Überfahrt nach Belize

Nachdem Jan und Lara abgereist sind blieben mir ein paar Tage um das passende Wetter auszuwählen und alles für die nächste Etappe nach Belize vorzubereiten. Dies war schnell gemacht, einzig das Ausklarieren bereitete Probleme da der Beamte vom Migrationsamt nie anwesend war und ich mehrmals sein Büro aufsuchen musste. Dies war dann aber auch mal geschafft, eingekauft, verstaut, Diesel und Wasser gebunkert und das Wetter passte. Ich startete am Mittag und hatte einen offenen Winkel von 270 – 320 Grad. Entweder würde ich bei Placencia ankommen oder gleich bis in den Norden von Belize nach Cay Caulker, beides Orte an denen ich einklarieren kann aber Cay Caulker ist gleichzeitig der Ort an dem Michel und Thomas, Freunde aus Siders, ankommen würden. Nach einer kurzen Motorfahrt aus dem Riff und vom Land weg passte der Wind schon perfekt und nahm später noch etwas zu. Dies ergab eine der schnellsten und komfortabelsten Passagen die ich je gemacht habe und der Winkel führte mich direkt zum Lighthouse Reef, ein paar Meilen vor Belize. Ich war relativ schnell dank dem Wind von Osten (hinten) und als ich dann ins flache Wasser hinter dem Riff gelangte ging die Anzeige nochmals höher und ich rauschte mit über 7 Knoten zu meinem Ankerplatz. Da es ein einfacher Ankerplatz ist an dem ich schon war entschied ich mich auch bei Dunkelheit reinzugehen. Kein Problem und um 4 Uhr morgens war der Anker unten und das Bier offen.

Einen Tag und eine Nacht Erholung und dann gings weiter bis ganz hinters Barrier Reef von Belize. Dort traf ich mich dann mit Tried & True zwischen ein paar Mangroven Inseln wo wir gemeinsam Schutz vor einer Kaltfront suchten. Wir hatten zeitlich noch etwas Vorsprung und verbrachten den Nachmittag mit einem Dinghy Ausflug zu einer benachbarten Insel. Die Insel war schön aber die Fahrt dahin besser, wir sahen immer wieder Delfine und sprangen auch ins Wasser um mit diesen zu schwimmen. Die Sicht war zwar nicht berauschend, entsprechend auch das Foto und diese Meeressäuger sind auch ziemlich schnell, nicht einfach um ein Bild zu schiessen.

Während der Kaltfront kamen Michel und Thomas dann schon in Cay Caulker an und ich machte mich am nächsten Tag gemeinsam mit Tried & True auf, die letzten paar Meilen zu segeln.

Der Norden von Belize ist an vielen Orten ziemlich seicht und es gibt auch einige Untiefen. Doch mit Hilfe eines Cruising Guides kommt man da ohne Probleme hin.

Für die Zeit mit Michel und Thomas habe ich schon einen nächsten Gästeblog bereit, mit ein paar hübschen Bildern.

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Crossing to Belize

After Jan and Lara left I had to wait a couple days for a nice weather window and to prepare everything to cross over to Belize. It was not complicated, except that the officer at the immigration office had his own schedule and I had to go to his office several times and call him a lot to finally meet him and get my paperwork done. Eventually I was able to do this, provisioned, got fuel and water and the weather looked good. I left around lunchtime and I had an open angle between 270 to 320 degrees. Lower would bring me to Placencia, the higher numbers to Cay Caulker. Both places where I would be able to check in but my friends from Sierre, Michel and Thomas, would arrive in Cay Caulker in a couple days.

After a short time of motoring out of the reef and away from Roatan the wind seemed to be perfect and increased a little later on. This lead to one of the best, fastest and most comfortable passages I ever sailed. The angle brought me directly to Lighthouse Reef, a couple miles outside of Belize. I was fast but when I got behind the reef where the water was flat my speed even increased and I was flying with more than 7 knots. Since the entrance to the anchorage there is easy and I have been there before I decided to enter at night. It was no problem and at 4 in the morning the anchor was down and my beer open.

A day and a night of rest and I continued my journey to get behind the barrier reef of Belize. There I met Tried and True and we went into some mangrove islands to find protection from an approaching cold front. We were early enough so we spent the afternoon before the front hit with a dinghy trip to another island. This island was nice but the trip to get there was really cool. There were dolphins everywhere and we also jumped in to swim with them. Unfortunately the water was a bit murky and the dolphins swim fast so it was very hard to take a picture.

During the cold front Michel and Thomas already arrived in Cay Caulker and I left together with Tried and True on the next day to sail the last miles to see my friends.

The north part of Belize is quite shallow and has some obstructiones here and there. But using a cruising guide helps to avoid all those dangerous areas.

I already have another guest post ready that describes the time with Mitch and Thomas.

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Gasteintrag Jan & Lara

Hier der Gasteintrag von Lara und Jan welche im März in Roatan zu Besuch waren.

Eine andere Welt
Eigentlich wussten wir was uns erwarten würde, da wir beide bereits Segelerfahrung hatten. Und doch ist immer ein mulmiges Gefühl dabei. Es sind die normalen Fragen, die sich jeder Reisende stellen würde, welche uns besonders beschäftigten:
-Wird es genug Platz haben?
-Was ist wenn etwas nicht klappt wie es geplant ist?
-3 Wochen mit einer Person, die man nicht mal sonderlich gut kennt auf so einem engen Raum. Kann das überhaupt gut gehen?

Selbstverständlich versucht jeder am Anfang einer solchen Reise sich von seiner besten Seite zu zeigen. Doch irgendwann ist auch beim besten Verstellungskünstler der Punkt erreicht an dem man wieder sich selbst sein wird. Und wenn dies eintrifft kann dies auf einem so engen Raum wie auf einem Segelschiff zu heftigen Auseinandersetzungen führen. Das einzige Mittel dagegen ist, dass man sich gut miteinander versteht und vielleicht auch ein bisschen Rum, welcher in der Karibik an jeder Ecke zu kaufen ist.
Ein weiterer sehr zentraler Punkt auf einem Segelschiff ist die Privatsphäre. Die einzige Türe auf Patrics Schiff gehört zur Toilette. Doch auch diese ist nicht abschliessbar und hat auf der oberen Seite eine etwa 20 cm grosse Öffnung. Alle weiteren Räume sind von innen und aussen einsehbar. Es gibt also keine Möglichkeit sich zurückzuziehen und eine Weile für sich alleine zu sein. Jedes Telefongespräch kann mitgehört werden, jedes Kleiderwechseln kann beobachtet werden und alle Macken, ob gross oder klein, bekommt man mit. Die Frage ist hier, wie gut kann jeder Mensch wegschauen um wenigstens die Illusion von Privatsphäre zu schaffen.

Wenn man all diese Punkte überwinden kann und sich ganz auf das Abenteuer Segeltrip einlassen möchte erlebt man etwas, dass so aussergewöhnlich schön ist, dass man immer wieder gehen möchte. Dem Abenteuer sind keine Grenzen gesetzt und man erlebt die Natur von einer Seite, die selten ein Tourist zu Gesicht bekommt. Man lernt Menschen mit anderen Weltanschauungen kennen mit einer Gastfreundschaft, die nicht mit der Schweizer Mentalität zu vergleichen ist. Zudem bietet die Karibik eine kulinarische Vielfalt. Natürlich besonders gut schmecken die selbstgefangenen und frisch zubereiteten Meeresbewohner.

Die Inseln
Roatan selbst ist doch recht touristisch geprägt. Die Infrastruktur ist hervorragend und eignet sich besonders gut um sich mit allem zu Versorgen was man braucht. Aber auch die Riffe um Roatan sind bereits wunderschön und perfekt geeignet für Tauchgänge. Die Riffe zeigen sich in vollster Farbenpracht und es ist fast unmöglich keine freilebende Schildkröte zu sehen. Aber auch andere grosse Tiere wie Haie oder Rochen können angetroffen werden.

Guanaja ist eine Insel auf welcher die Zeit stehen geblieben ist. Selbstverständlich hat auch hier die moderne Welt keinen Halt gemacht. Die Menschen kennen TV, Internet usw. Jedoch hat man stets das Gefühl in der „alten Karibik“ zu sein. So wie sie war als Christoph Kolumbus die Welt umsegelte. Die Menschen kennen den Tourismus nicht. Man kommt an und wird mit Interesse beäugt und als Gast empfangen. Die Insel ist wunderschön und bestens geeignet um sie zu Fuss zu erkunden. Besonders lohnenswert ist ein Fussmarsch von etwa 2-3 Stunden zum Wasserfall mit anschliessender Kletterpartie zu den höher gelegenen Ebenen. Im totalen soll es 10 Wasserfälle haben, wobei man ohne Klettergeschirr und mit etwas Mut nur 3 erreichen kann.

Die Perle um Roatan ist ganz klar die Inselgruppe Cayos Cochinos. Eine Inselgruppe welche zu Forschungszwecken als Naturreservat geführt wird und einzig durch lokale Fischer bewohnt, welche auf einfachste Weise ihrem Handwerk nachgehen. Sie segeln mit einem Holzkayak und einem Leinentuch hinaus aufs offene Meer und angeln mit Faden und Angelhaken die Fische. Besonders beeindruckend ist der Fussmarsch zum Leuchtturm auf Cochino Grande. Nach etwa einer Stunde erreicht man den höchsten Punkt der Insel. Vom Leuchtturm aus überblickt man die ganze Inselgruppe. Einfach atemberaubend!

Patric als Guide
Patric ist eine sehr ausgeglichene und ruhige Person. Egal was passiert, er wirkt nie gestresst oder würde gar laut werden. Man kann richtig von dem gestressten Alltag herunterfahren und zur Ruhe kommen. Und trotzdem ist jeder Tag ein Abenteuer. Tage auf dem Liegestuhl mit einem guten Buch kommen in Patrics Planung nicht oder nur selten vor. Täglich hat er Aktivitäten geplant, welche unmöglich gegen einen Tag auf der faulen Haut getauscht werden kann.
Er versucht wann immer möglich den Schein der Privatsphäre zu wahren. Er hilft wo er kann und erwartet keine Gegenleistung. Schätzt das Geleistete und ist dankbar für jede Hilfe. Die 3 Wochen waren zu jeder Sekunde sehr angenehm. Patric hat sich in einer so kurzen Zeit von einem Bekannten zu einem sehr guten Freund entwickelt.

Herzlichen Dank!
Abschliessend möchten wir uns für die schönsten Ferien unseres bisherigen Lebens in aller Form bedanken. Wenn sich die Gelegenheit bietet, werden wir wieder nach Roatan reisen. Ich kann es jedem empfehlen die lange Reise auf sich zu nehmen und Patric zu besuchen. Es ist jede Sekunde die man im Flugzeug sitzt und jeder Franken den es kostet wert!

Jan & Lara

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Guestblog Gaby

I spend most of my time in the water or near it because of my work. Although most of my fieldwork is on boats working with fishermen, collecting data or diving, I had never sailed before. I would always jokingly tell him, I wouldn’t sail with him, but deep inside the thought made me very exciting. And suddenly one thing led to another and in a blink of an eye we were in Puerto Cortes , the biggest port in Honduras near the border with Guatemala . Patric met me there , as I had to spend a few days of fieldwork there. I had to collect some tissue samples of deep sea fish and meet with a few fishers, it was nice to introduce him to some of the work I do and a few of the many things i’m passionate about. Before we headed out ,we stopped by the Fortaleza de San Fernando de Omoa, the biggest Spanish fortress in Honduras and I had Patric try the best baleadas ever ( Honduran dish made of hand made flour tortillas, refried beans, avocado and eggs), after that it was time for Guatemala!

We arrived in Tortugal Marina, where I met Southern Mist. I had never stayed in a boat so the whole experience was all new to me . Patric showed me around and explained a few things , there were some warnings regarding toes being smashed , hair being pulled and bruises but other than that I was quite excited! The next day we went to the store, Patric asked if I wanted to drive the dinghy, I thought he was joking.. he wasn’t and I did not hesitate to say YES! It was much easier than I thought and a lot of fun, turns out Im not that bad of a dinghy driver. We usually would wake up with the sun , and then head to the Marina’s restaurant and have coffee with all the cruisers. There ,we would catch up with everyone, talk about projects ( cruisers have endless list of projects), sailing, marine life (my personal favorite) and just enjoy the company of everyone. We were waiting on Patric’s package which included the new standing rig, wind generator and stirring cables so since our project list was on hold…we decided to check out the Castillo de San Felipe (Another Spanish fortress) , Finca Paraiso , a waterfall near Fronteras and spend a lot our time burning fireworks (a personal favorite).

We thought that Patric would meet me in Roatan for New Years Eve, so I left after that to Tegucigalpa (Capital of Honduras) to spend christmas with my family , although I wanted to sail back with Patric my mother would have shun me for life if I missed christmas. So later that week we realized that was not gonna happen, and that Patric’s package was delayed due to christmas and the Guatemalan government. So I surprised him in Rio Dulce, and his package actually arrived after I did on his Bday! So after that Patric worked really hard to get everything ready to get to Roatan, I helped on a few things , unfortunately I had to work myself on boring marine biologist stuff on my computer. Finally the day arrived for us to leave, we went to the store to get food and Patric and I put the sails up,pulled out of our slip with help of everyone .We were going to anchor for the night in front of the Marina and head out really early to Livingston. Then I learned another of the many sailing rules: Something always breaks !… and so it did, the alternator. I was quite bummed as that probably meant we wouldn’t leave together. Time was ticking for me as I needed to get to Roatan for work, and then I learned another rule of sailing : You cant plan much and its not on you time , but on weather’s time. Somehow the universe conspired and Patric managed to get an alternator, there was a decent weather window and we would make it to Roatan right on time! So 9 bruises later, some pulled hair and some smashed toes later we were ready to go to Livingston and then the next day to Roatan!

Sailing down Lago Izabal was beautiful! The vegetation surrounding the river was lush, and green and birds where everywhere you glanced. It was so peaceful, that for a second I forgot where I was. We spent the night in Livingston and we were out very early in the morning.There is something very beautiful and captivating about being alone in the middle of the ocean. The sailing during the day was easy breezy and there was even time to make burgers. We spent a lot of time in the bow just watching the waves roll by ,and its was by far my favorite . At night we took four 3 hour shifts, both of mine were fine, but during Patric’s second shift we got a squall and I woke up to the sounds of the wind against the genoa. I must admit I was a bit startled, but it all left quickly as it came and Patric pretty much had everything under control. We sailed past Utila, and a few hours later we were in Roatan and the day was just beautiful. We watched the anchor sink in the crystal clear waters of West End and before you could know it I was in the water happy to be in my Island home :) .

And so time has flown and its now March…Southern Mist has been busy in Guanaja, and Cayos Cochinos. Patric is somewhere near Drowned Cays , Belize today and Ive just come back from Mexico and Belize ,and in Roatan now, so our life is always a lot of back and forth but happy.. but Im sure the Captain will have much to say regarding sailing. Im looking forward to going back to Rio to see everyone again. But for now I have a big marine megafauna monitoring (sharks, rays, turtles and finfish).. so we will be busy tagging sharks!!!! :) :):)

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Gabys erster Segeltörn / Gaby’s first sailing trip


Pictures by Gaby Ochoa

Gabys erster Segeltörn

Der Törn von Rio Dulce nach Roatan brachte ein paar Schwierigkeiten mit sich, aber das bin ich mir nun ja gewohnt. Der Plan war zusammen mit Jerry und Susan auf Vida Dulce (einem Lagoon Katamaran) von Livingston nach West End Roatan zu segeln. Sie starteten einen Tag früher um flussabwärts eine Nacht zu ankern. Wir wollten am nächsten morgen früh los und da es einfacher ist einen Anker hochzuziehen statt Stromkabel und Leinen an einem Liegeplatz zu lösen haben Gaby und ich gleich vor der Marina geankert. Dabei fiel mir auf dass der Motor nicht rund läuft, die Drehzahl schwankte rhythmisch. Es vergingen zwei Tage bis ich das Problem gefunden hatte. Ich vermutete ein elektrisches Problem mit der Lichtmaschine aber ein Elektriker zerstreute meine Gedanken und so kam ein Mechaniker vorbei. Dieser fand nichts und deshalb habe ich nochmals mit dem Elektriker gesprochen und tatsächlich war die Lichtmaschine defekt. Reparieren würde sich nicht lohnen und Teile bestellen sowieso 10 Tage dauern. Für kleines Geld konnte ich von einem anderen Segler eine Ersatzlichtmaschine abkaufen und nach wenig Anpassung lief das ganze auch. Somit packten wir das nächste Wetterfenster und fuhren Flussabwärts nach Livingston.

Dort funktioniert meine Ankerwinsch nicht wie gewünscht. Ich konnte zwar Kette hochziehen aber nicht runterlassen. Komisch. Nach 3 Versuchen mit dem Ersatzanker welcher nicht hielt habe ich den Hauptanker von Hand runtergelassen und wir waren fest. Mit Werkzeugen bewaffnet schaute ich mir das an und fand als Ursache ein Anwendungsfehler. Unbewusst habe ich einen Schalter aktiviert welcher für die manuelle Bedienung gedacht ist und genau das machte was er sollte, die Ketter zu blockieren damit sie nicht unkontrolliert ausrauscht. Meine Dummheit also, wenigstens nichts defekt. Ich merkte auch dass der Haupt Autopilot nicht funktionierte und eine Fehlermeldung ausgab. Hier fand ich keine Ursache und entschied mich wegen der sehr gemässigten Wetterprognose mit dem zweit-Autopiloten zu fahren.

Ausklarieren war kein Problem, die Überquerung der Sandbank vor Livingston auch nicht, wir hatten immer mindestens 10-20 Centimeter Wasser unter dem Kiel und so gings am nächsten morgen früh los. Mit halbem Wind aus der Bucht von Amatique und dann vor dem Wind in Richtung Osten. Ja genau, wir hatten Westwind. Sehr selten und meistens zusammen mit einer Kaltfront und NW Winden, in diesem Wetterfenster sollte es aber ruhig bleiben mit Winden unter 10 Knoten und einem Schwell kleiner als einem Meter. Mit der Genua alleine segelten wir (wohl dank Strömung) zügig erst etwas in Richtung NO um Distanz zur honduranischen Küste zu gewinnen und dann direkt nach Osten. Hier gab es im letzten Jahr zwei Fälle von Piraterie und deshalb wollten wir eigentlich mit Vida Dulce zusammen segeln aber auch ein paar Tage später waren ein paar Schiffe auf der gleichen Route welche wir kannten. Die See war ruhig und der entgegenkommende Schwell wohl nur um die 30 cm. Wir machten uns feine Hamburger mit Blauschimmelkäse und genossen den Nachmittag.

Gegen Abend liess der Wind dann nach und wir liessen den Motor mitlaufen. Motor bedeutet Gestank, Kosten, Vibrationen und Lärm. Aber Motor bedeutet für mich immer auch eine gewisse Nervosität da halt ab und zu etwas nicht stimmt und er seinen Dienst quittiert und besonders da ich gerade ein Problem mit der Lichtmaschine hatte war mein Vertrauen nicht sehr gross. Tatsächlich stoppte er dann ohne Vorwarnung kurz vor Sonnenuntergang. Das Design der neuen Lichtmaschine ist etwas anders und ich habe nicht gut aufgepasst, durch den Seegang verschob sich eine Dieselleitung, kam an ein bewegtes Teil und scheuerte die Leitung längs durch. Zum Glück war dies auf der Saugseite des Systems und ich bekam nur Luft in die Maschine und keine Dieselhavarie im Maschinenraum. Ich hatte Ersatzschlauch und so war das Problem schnell behoben.

Später hörte ich dann ein quietschendes Geräusch und die Drehzahl fiel. Motor aus und Kontrolle, der Riemen war gerissen. Ein brandneuer, original Yanmar Riemen versagte nach weniger als 10 Motorstunden seinen Dienst. Natürlich war mittlerweile Nacht und es war heiss, ideale Voraussetzungen um Seekrank zu werden wenn man an der Maschine arbeitet. Es hielt sich dank der ruhigen See jedoch in Grenzen und bald darauf war ein neuer Riemen eingesetzt.

Als gegen Mitternacht meine Wache anfing waren es immer noch gemütliche Bedingungen aber wir benötigten immer noch die Motorunterstützung. Dann nahm der Wind zu und ich freute mich. Besser wäre ich aber vorsichtig gewesen denn es war eine rasche Zunahme und der Wind drehte auf N und dann Nordost und war binnen Sekunden auf über 20 Knoten begleitet von strömendem Regen. Dieser Squall war eher schwach aber ich kämpfte ein paar Minuten mit der Rollreffanlage. Kurz darauf wurden wir von einem zweiten, stärkeren Squall getroffen aber die Segelfläche war bereits soweit verkleinert dass dieser keine Probleme mehr darstellte. Wir segelten nun auf einem am Wind Kurs und der Wind blieb bei 20-22 Knoten aus NO. Nicht schlimm aber auch nicht ideal und natürlich nicht gemäss der Vorhersage. Für Gabys Wache sind wir dann abgefallen und segelten einen SE Kurs für ein paar Stunden. Dies bewahrte sie vor Seekrankheit und es war um einiges angenehmer. Gegen den morgen liess der Wind wieder nach und drehte zurück auf W, unser Kurs war wieder O, nach Roatan. Einzig die Welle welche sich mit den etwas mehr als 20 Knoten in der Nacht aufbaute blieb noch eine Weile. Zum Sonnenaufgang sahen wir Utila und gegen Mittag erreichten wir West End. Weil in dieser Gegend in den Tagen zuvor Walhaie, Pottwale und anderes gesichtet wurde waren wir den ganzen morgen auf dem Bug um Ausschau zu halten, hatten aber leider kein Glück.

Am Nachmittag fuhren wir noch mit dem Bus nach Coxen Hole und haben ohne Probleme einklariert. Der zweite Autopilot hat seinen Dienst gut gemacht, obwohl dass es rauer als geplant war. Die neue Steuerungskette funktionierte einwandfrei und auch das Rigg offenbarte nichts besonderes. Die Überfahrt war nicht ganz so einfach wie ich mir das vorstellte aber es war in Ordnung und auch Gaby bereute ihre Entscheidung mitzusegeln nicht.

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Gaby’s first sailing trip

The trip from Rio Dulce to Roatan included some difficulties, but I think I’m quite used to that by now. The plan was to sail together with Jerry and Susan on Vida Dulce ( a Lagoon Catamaran) from Livingston to West End, Roatan. They left a day before us to anchor somewhere downriver. Since it is easier to pull up an anchor than untying lines and a power cord in a slip we anchored right in front of the marina. We wanted to leave early next morning but I realized that my engine didn’t run stable. The rpm’s changed every second, up and down. It took me two days to find the problem. I was thinking of an electrical problem but the electrician told me to get a mechanic. This one did not find anything and I talked with the electrician again and we found out that my alternator did not work properly. He looked at it and told me that it was not worth repairing it and ordering parts or a new one would take over 10 days. I was able to get one for little money from a cruising friend and after little work it fit my engine and we prepared to leave with the next weather window.

We went downriver to Livingston and there I realized that I had a problem with my windlass. It would pull the chain up but not let it out. Weird. After trying tree times with the spare anchor and we kept dragging I put the main anchor down by hand and we were holding. Armed with tools I went to look at my windlass only to found an operator problem. There is a little switch to block the chain from running out which I activated without knowing. My stupidity but at least nothing broken. I also noticed that the main autopilot did not work but since the forecast was very calm I decided to trust the second autopilot.

We had no problems clearing out and the same for crossing the sandbar in front of Livingston. We always had at least half a foot of water below the keel. We left in the morning and had a nice Westwind, first beam and then reach as soon as we were out of Amatique Bay. Yes, you read right, we had west wind which is rare. Usually it comes together with a cold front and NW and N winds. But in this forecast everything seemed calm with West winds of less than 10 knots. With Genoa only we were heading first NE to get away from the Honduran coast and then E, we made good speed, probably because of some current helping. Last year there were 2 piracy incidents off the honduran coast and that was the reason we planned to go with Vida Dulce. But also during this weather window there were enough other boats around of which we knew a few. The sea was calm and we prepared some delicious blue cheese burgers and enjoyed the afternoon.

Later the wind slowed down and we started the engine. Running the engine always means costs, smell, vibrations and noise. But for me it always means some nervousness. Especially after just changing the alternator I did not completely trust it. And of course, without showing any sign before it quit just before sunset. The new alternator is designed a bit different and I was not careful, a fuel hose moved in the waves and touched a moving part where it chafed through. Easy fix, new piece of fuel line in and luckily it was on the suction side so I only got air in the fuel system but not a engine room and bilge full of diesel.

Later I heard a squeaking noise and the rpms dropped. I stopped the engine and checked, the belt broke. I just put in an original Yanmar belt when I changed the alternator. It failed after not even 10 hours. Meanwhile it was dark and hot inside the boat, exactly what I need to get seasick but since the seastate was calm it was ok and a new belt was mounted quickly.

Around midnight during my watch we still had easy conditions but wer using the engine. I was happy when the wind picked up but should have been a bit more careful since the direction changed as well. Within seconds we had more than 20 knots of wind from the NE and rain was pouring down. It was not a strong squall but I was fighting a little with my roller furling. Shortly after that we got hit by another, stronger squall but the sail area was already that small that it was no problem at all. We were sailing close to the wind now and we had 22 knots sustained. Not bad but also not ideal and during Gaby’s watch we fell off for a couple hours to have a calmer course but going SE.
This kept her from becoming seasick and it was a lot more comfortable. Early in the morning the wind backed to W and slowed down again. We went back to our course E heading straight to Roatan and we saw Utila when the sun rose. We still had some seas after half a night of NE 20+ winds but the waves became smaller every hour. There were a lot of sightings of big animals in that area lately so we spend a lot of time on the bow but were not lucky. None of the whalesharks, sperm whales or pilot whales showed up and we got to West End at lunch time.

In the afternoon we did a quick trip to Coxen Hole and checked in without problems. The second autopilot did a good job, even though it was not as calm as predicted. Also the new steering chain and the new rigg did not show anything unexpected. The trip was not as easy as I thought it would be but it was ok and Gaby did not regret her decision to sail with me.

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Bootsarbeiten / Boatwork

Bootsarbeiten

Die höchste Priorität hatte natürlich meine Ruderkette. Diese ist auf dem letzten Trip gerissen und ich habe seitdem die Notpinne benutzt. Vorgefertigt bestellt, war der Einbau relativ einfach und nahm nur einen halben Tag in Anspruch. Die einzige Schwierigkeit bestand im Boots-Yoga. Dies ist ein Begriff fürs arbeiten in engen Räumen wo man zum Teil hineinklettern muss, kein Licht hat, sich nicht bewegen kann und in ungemütlichen Positionen Sachen erledigt. Beispielsweise hängt man Kopfüber in der Backskiste, kommt entweder mit der Hand zum gewünschten Teil, versperrt aber die Sicht oder man sieht das Ding kommt aber nicht hin. Dazu verliert man natürlich genau die Schraube die man einsetzen will oder merkt nach dem hineinklettern dass man doch ein anderes Werkzeug braucht. Aus diesen Gründen dauert auf Booten alles ein bisschen länger und man trifft fast immer auf unvorhergesehene Probleme.

Weniger Priorität hatte ein neuer Segelsack, ein sogenannter Lazy-Bag. Lazy ist englisch für „faul“. Diese Tasche ist auf dem Baum angeschlagen und wenn man das Segel runter lässt fällt es direkt hinein, wird durch einen Reissverschluss verschlossen und ist so vor der Sonne geschützt. Sowas habe ich noch nie gemacht und das war eine tolle Erfahrung. Das Material konnte ich vor Ort kaufen, als Muster benutzte ich den alten Lazy Bag der langsam auseinanderfiel und von einer Nachbarin konnte ich eine Nähmaschine benutzen. Ich fing mit einem kleinen Projekt an, einem Überzug für meinen Grill. Dies ging fix, in einem halben Tag war das gemacht und ich fühlte mich bereit für etwas grösseres. Ganze 4 Tage war ich dann am nähen, messen, zuschneiden und natürlich auch korrigieren bis mein neuer Lazybag fertig war. Es gibt zwar ein paar Details die mir nicht gefallen, aber die sehe nur ich oder wenn man wirklich genau hinschaut. Falls jemand meckern will dann nenne ich das einfach ein „gewolltes Zeichen dass ich das selber gemacht habe“. :) Diese Arbeit hat mir viel Freude bereitet. Man kann draussen sitzen, benötigt viel Platz aber das ganze ist sauber und wenn man etwas falsch macht kann man die Nähte wieder öffnen und neu nähen. Anders natürlich beim schneiden, hier habe ich gemerkt dass ich eher zur Sorte einmal messen und zweimal schneiden als umgekehrt gehöre. Leider. :/ Aber alles in Allem bin ich mit den Resultaten meiner ersten Nähversuchen sehr zufrieden.

Später hab ich die Maschine nochmals ausgeliehen und ein paar Arbeiten an meiner Genoa gemacht. Hierfür braucht man einfach eine starke Maschine und ich bin froh dass ich diese von Ka’imi ausleihen durfte. Durch mehrere Lagen Segeltuch (Dacron) und zusätzlich noch den UV Schutz zu nähen braucht Kraft. Dies war etwas schwieriger da das Nähen mehr Kraft braucht, das Segel ziemlich gross und auch schwer ist. Aber auch diese Erfahrung hat Spass gemacht und Segelmacher oder so könnte ich mir als Beruf vorstellen, eines Tages wenn ich erwachsen werde.

Weiter gab es natürlich die gängigen Unterhaltsarbeiten. Lackieren vom Holz, dass nach einer Saison natürlich schon wieder abgeschossen war. Die Sonne hier ist unglaublich stark. Dies bedeutete eine Woche täglich schleifen, putzen, lackieren. Hier hatte ich Wetterglück und eine trockene Woche erwischt. Diese Holzarbeiten draussen sind jedoch nicht meine Lieblingsbeschäftigung… Das Holz drinnen braucht dann irgendmal auch eine Auffrischung, aber das meiste kriegt fast keine Sonne und bleibt lange schön. Und frisch lackiertes Teak sieht halt schon klasse aus und wenn das Eigenheim schön aussieht und in Schuss ist bereitet das täglich Freude.

Wasserfilter wechseln und Unterhalt vom Motor geschah natürlich auch aber darauf gehe ich nicht weiter ein. Nichts spezielles hier.

Dann kam eine neue Arbeit und ein grösseres, wichtiges aber finanziell auch etwas schmerzendes Projekt. Da mein altes (stehendes) Rigg über 15 Jahre alt ist und bei einer der Wanten ein Draht gebrochen ist war es an der Zeit das zu tauschen. Riggarbeiten hatte ich bis anhin noch gar keine Erfahrung und es war ein grosser Lernprozess. Ich habe mich eine Weile eingelesen, informationen gesammelt, mit verschiedenen Firmen kontakt gehabt und mich dann entschieden dass selber zu machen. Ich kletterte wohl an die 30 Mal auf den Mast (zum Glück jedoch nicht immer bis zum Top aber es war doch anstrengend) und habe das gesamte Rigg an zwei verschiedenen Tagen zweimal durchgemessen. Mehrmals überprüfte ich meine Bestellung um sicher zu sein dass das richtig hergestellt wird. Gepresst wurde das ganze dann in Florida und zusammen mit dem Steuerungskabel / -kette nach Guatemala versendet. Mit den Nachbarn von Ka’imi haben wir dass dann in 3 Tagen ersetzt. Jede Want und jedes Stag wurde einzeln vom Mast gelöst, ersetzt und wieder gespannt bevor es zum nächsten ging. Hier habe ich viel dazugelernt und bin froh nun sicherer unterwegs zu sein.

Ein weiters Projekt war etwas Unterhalt am Aussenbord Motor. Hier habe ich zusammen mit einem Mechaniker den Grossteil auseinander genommen, ein paar Teile ersetzt und wieder zusammengebaut. Nächstes Mal kann ich das selber.

Wie ihr seht besteht mein Leben immer noch aus täglichem lernen. Dies ist auch gut so und macht Freude. Natürlich haben wir dazwischen auch andere Sachen gemacht, mit Gaby das Schloss besichtigt, zum Wasserfall gefahren, mit anderen Cruisern gemeinsame Essen vorbereitet und auch auswärts geschlemmert. Zu Weihnachten waren wir bei der Marina-Besitzerin eingeladen und liessen es uns gut gehen.

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Boatwork

The highest priority had my rudder chain. It broke on my last trip and I used my emergency tiller since. It could be ordered as one piece and putting it in was not so hard. It only took half a day and the main problem was boat yoga. This is a description of the work in confined and hard to reach spaces. Often you have to climb in somewhere and can not or barely move. The thing you need to reach is far away and you can either see it and not reach, or reach it and not see. Of course you need a third hand to hold a flashlight and often one is hanging upside down to enter a small compartment. And when you finally get in there you either lose that one important screw or realize you don’t have the tool you need. I’m sure most boat owner can relate. This is why everything takes longer on a boat and you encounter new problems almost everytime you do something.

Less priority had my new lazybag. I have never done something like that and it was a great experience. My dear neighbours on Ka’imi let me use their sewing machine and I could by the fabric locally. As a pattern I simply used my old lazybag that was slowly falling into pieces. I started with a smaller project and created a cover for my bbq. This was easy and done in half a day. But the sailbag was quite bigger and it finally took me 4 days to measure, cut, sew and of course correct my mistakes until the new lazybag was done. There are some details I’m not completely happy with but only I see them or someone who really looks for them. And if someone wants to complain I’ll simply say that I made those little mistakes to show that it is handmade. :)
This work was very satisfying. One can sit outside but need a lot of space. On the other side it is a very clean work and in case you do something wrong you can just reopen it and try again. It is different with cutting. I sadly realized that I belong to the group of people that measure once and cut twice instead of the opposite. Overall I am very happy with my first trys at sewing and the results.

Later I borrowed the sewing machine again and did some work on my genoa. For this you really need a strong machine and I’m so happy that I got it from Kim. Sewing through a couple layers of sailcloth and some UV protection material needs a lot of force. This was a bit more difficult, also because the sail is realtively big and heavy. But this also was a lot of fun and I could imagine doing this sailmaker work one day when I grow up.

Other than that I did a lot of the usual maintenance. Varnishing wood which really needed a new touch after one season only. The sun is so strong and so I was working during a week, sanding, cleaning and varnishing. I was lucky with the weather and got a dry week but still, outside woodwork is not my favourite. The wood inside also needs a new layer of varnish one day but since the sun doesn’t get to it, it holds a lot longer and so far it still looks nice. Even though it is a lot of work, varnished teak does look very beautiful on a boat and when your home looks nice and is in good shape that makes you happy.

Changing waterfilters and doing the normal maintenance on the engine was of course on the list as well but I’m not gonna describe more about that since it’s nothing special.

Then there was one new project, a bigger, important but also more costly one. My old standing rigging was probably beyond 15 years old and one of the shrouds had a broken wire so it was time to change it. I’ve never done any work on the rigging and therefore no experience. It took me a while to read a lot, gather information, contact different rigging companies and learn a lot. Then I climbed the mast for more or less 30 times. I measured the complet standing rigging twice on different days to make sure there is no mistake. At least I did not have to climb to the top of the mast every single time but it was still exhausting. Multiple times I rechecked my order before confirming it and my new rigg was produced in Florida. It came together with my other parts from the States and with the neighbours on Ka’imi we replaced it in 3 days of hard work. We exchanged one by one of the shrouds and stays until all of them were new and shiny. I learned a lot about this new topic and it also increases my confidence in the boat.

Another project was the outboard engine. For this I went to see a mechanic and we took most of it apart and replaced some things. Next time I can do this on my own. Mechanics is also something I really like to do even though it’s sometimes a bit dirty.

As you see my life is still full of learning new things every day. This is of course very good and makes me happy. In between we did other things as well, like visiting the castle, a trip to the local warm waterfall and having potlucks and other dinners with marina neighbours. For christmas the marina owner invited us to her place and we spend some quality time there.

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Arbeiten und Tauchen / Working and diving

Arbeiten und Tauchen

Leo: Ja es ist schön Momente zu teilen. Aber Einsamkeit kann manche Momente und Eindrücke auch Verstärken. Zum Coiffeur hat es seit Cuba nicht mehr gereicht. Habe jetzt aber gelernt wie ich die Haare zusammenbinden kann ;)
Chartergeschäft wird nichts. Unter Schweizer Flagge ist es nicht erlaubt Charter zu fahren.

Die Zeit in Rio Dulce war dieses Jahr zum Glück kürzer als während der letzten Hurricane Saison. Ich hatte nun auch eine bessere Idee davon wie ich arbeiten und mich organisieren sollte um besser vorwärts zu kommen. Trotzdem hatte ich ein schlechtes Zeitmanagment. Ich wollte von September bis Ende November am Schiff arbeiten, nach Honduras reisen um in Roatan den Tauch-Instruktor Kurs zu absolvieren und dazwischen noch ein paar Wochen in Antigua verbringen um spanisch zu lernen. Tja ich war erst ende September dort und begann wie vorgesehen mit der Arbeit um dann Ende Oktober mit dem Bus und Fähre nach Roatan zu gelangen. Der Instruktor Kurs war intensive aber machte mir viel Freude. Ich merkte rasch dass ich mich hier wieder besser fühlte als noch in Rio Dulce. Neue Leute treffen, tauchen gehen stellt halt schon mehr auf als in einem Fluss zu sitzen und zu schleifen, lackieren und schwitzen. Natürlich ging es dann so wie es immer passiert. Auf einer Insel bleibt man sitzen. Meine Ersatzteile ( in den USA bestellt und aus Florida verschickt ) waren erst im Dezember unterwegs und hingen fast den ganzen Monat beim Zoll in Guatemala fest. Das ist eigentlich auch gut so, hier wird stark gegen Korruption vorgegangen und das Land machte da und in der Politik während den letzten Monaten ein paar grosse Schritte nach vorne. Leider führte es zur Verzögerung von meinem Paket und das Jahr war schon fast um als ich meine Sachen endlich erhielt. Eine neue Ruderkette war rasch installiert, das neue stehende Rigg brauchte schon etwas länger aber nach ein paar sehr intensiven Tagen mit der Hilfe von Ka’imi (Mike und Kim) und Gaby war auch das erledigt. Über die Arbeiten gibt es einen separaten Artikel. Über Gaby habe ich wohl noch nichts geschrieben. Ich habe sie während meinem Kurs in Roatan kennengelernt und sie kam mich dann in Rio Dulce besuchen. Sie ist aus Honduras und arbeitet als Meeresbiologin bei MAR Alliance auf Roatan. Sie kam dann auch gleich mit und erlebte ihren ersten Segeltörn, natürlich gleich mit einer Übernachtfahrt. Hier geschah einiges, das beschreibe ich im übernächsten Artikel. Als frischgebackener Instruktor bin ich also wieder in Roatan, das Schiff ist in gutem Zustand und ich freue mich auf das neue Jahr.

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Working and diving

Leo: Yes, it is nice to share beautiful moments. But loneliness can create very strong emotions, moments and impressions. Unfortunately I was not able to get a haircut since Cuba.. But I learned how to tie my hair together. There won’t be any sailing charters for the simple reason that it is illegal while sailing with a Swiss flag.

The time in Rio Dulce was a lot shorter this year than during the last hurricane season. I also had a better idea what I had to do and how to organize myself. My timemanagment was bad anyway since I planned to spend the time from September until November working on the boat, going to Roatan to become a diving instructor and spend some weeks in Antigua to learn spanish.. I only arrived in Rio Dulce at the end of September and startet to work on the boat and left to Roatan at the end of October. By bus and ferry I reached the island and started soon with my instructor course. It was quite intense but offered a lot of pleasure. I realized quickly that I felt a lot better here than in Rio Dulce. Meeting new people and diving is a lot more fun than sitting in a river spending days sanding, varnishing and sweating. And of course the typical island thing happened: I stayed longer than planned. My spare and upgrade parts from Florida only left in December and were stuck for almost a whole month at customs in Guatemala. That is not such a bad thing since Guatemala is doing a lot to fight corruption and the country did some huge steps forward, also in their politics. On the other side it meant more delay for my package and the year was almost over when I finally got my package. The rudder chain was quickly installed and after a couple days of hard work with the help from Ka’imi (Mike and Kim) and Gaby the new standing rigging was up and shining. I’ll write more about the work in Rio in a separate article. I did not write anything about Gaby yet. I met her during my stay in Roatan and she came to see me in Rio. She is from the capital of Honduras, Tegucigalpa, but is working in Roatan as a marine biologist for MAR Alliance. She joined me for her first ever sailing trip and that was of course one that included an overnight. There was quite some action which I describe in another article. So now I’m sitting in Roatan as a new instructor, the boat is in good shape and I’m looking forward for this new year.

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The End of a Dream? / Das Ende eines Traums?

Dieser Eintrag war mit Abstand am schwierigsten zum Verfassen. Irgendwie fiel es mir leichter in Englisch zu schreiben und deshalb findet ihr diesmal den deutschen Text weiter unten.

This post was by far the hardest to write. For whatever reason it was easier to write it in english and then in german, this is why the english version is first and the german one below.

I did not write for a while because I did not really now where I was at.
I arrived. But where?
I did what I wanted, and that is what should have made me happy. But was I?
I achieved the goal I set some years ago. Was it what I was looking for?

You probably read about my trip, single-handing from Mexico, through Belize to Guatemala. Now I want to write a little more how I felt about that.

There were some very beautiful moments to be out there alone, to feel pure freedom, to experience this solitude away from anything. That was what my initial dream was about and it did not disappoint me. On this trip I spend a lot more time on the bow of my boat, just watching… Watching and enjoying the sky, the ocean, the clouds passing by, sunsets and sunrises, birds, dolphins, flying fish, waves, moon and stars, turtles…
The complete isolation during multiple days made me feel close to nature and life. I enjoyed this trip very much and similar to previous trips I learned a lot. But this time I learned more about myself. I learned how little I need to feel good. I laughed with myself and I laughed at myself. Sometimes I sweared at myself only to realize that laughing is better. I experienced a lot of happiness in my life. But this was different. This was not happiness confined to a moment. Not like a moment where you see something funny. Or someone makes you laugh. Or kisses you. Or you receive a gift. No, this happiness is a long happiness that stays with you or maybe inside you and around you.

This might make you think about drugs. A very intense happiness. But what when it wears of? In my case: What when I arrive? Won’t there be a big emptiness?

Yes there is. I fulfilled my dream. I arrived after this first solo journey. I was happy, I felt proud, I felt grateful. But it was the short happiness again. The momentarily happiness when I arrived at a safe harbour and met familiar faces again. But it was also the moment I realized my big goal was gone. I achieved it and therefore it vanished. I was working and learning towards this during multiple years. Now I was there. Within a couple days this happiness left me because there was nothing left that drove me towards my goal. I started to feel empty. I worked on boat projects. I felt satisfied when I finished one, but it was not the same anymore. Then slowly I realized that it is not about the destination, it is about the journey. So to stay happy the journey should go on, but what goal to set?

Please do not get me wrong. I feel immensely satisfied by what I did, I am proud, I learned and experienced a lot. I am also very thankful that everything went so easy. At least it feels easy when looking back and I am aware that I am very lucky to live a life like this. Reflecting about this made me first feel empty and sad but then I recognized that I need a new goal in my life. Sustaining the cruising lifestyle is one, but not strong enough. It did take a while to realize, but now I can feel a new dream growing. A stronger one, a bigger one….

Another feeling I would like to describe and to express my gratefulness for, is my dear friend Nicole. I had everything. At least I thought so. I had a job I liked, friends that supported me and of course my parents who where always ready to help and be there for me. Everything I left behind was good. I did not flee from anything. But it seemed like there was something missing for my adventure to become successfull. It was my fantastic travel mate Nicole. I met her at the beginning of my journey when I was not ready to go alone. When she left me I was. Therefore I think that Nicole was the one most important puzzle-part I did not prepare before leaving. I dedicate this post to her to say thank you, for I don’t think I would have fulfilled my dream without her. Our experience together made me ready to sail alone, ready to achieve my dream.

There are different ways to end a dream. It can go bad and you are forced to stop. But a dream also ends when you fulfill it. In either case one has to go on, find something new, believe in it and go for it. I hope that I can show people that you can realize your dreams. If you really want, you can. My dream became true and therefore ended. But this does not mean that the adventure ended.

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Das Ende eines Traums?

Ich habe lange Zeit nichts neues geschrieben da ich nicht wusste woran ich war.
Ich bin angekommen, aber wo?
Ich tat was ich wollte und dies sollte mich glücklich machen. Aber war es auch so?
Ich habe mein mehrjähriges Ziel erreicht. Habe ich gefunden wonach ich gesucht habe?

Ihr habt vermutlich meinen letzten Eintrag über die Einhand Reise von Mexiko über Belize nach Guatemala gelesen. Nun möchte ich etwas die Gefühle beschreiben die ich während dem erlebt habe.

Es gab viele sehr schöne und tolle Momente. Alleine da draussen zu sein, pure Freiheit und Einsamkeit zu spüren war unbeschreiblich. Dies war mein ursprünglicher Traum und ich wurde nicht enttäuscht. Während dieser Reise verbrachte ich viel mehr Zeit vorne auf dem Bug und genoss es einfach. Wie im Kino beobachtete ich wunderschöne Sonnen Auf- und Untergänge, klare Sternennächte, Delfine, Schildkröten, Wolken, den Ozean, Vögel, Wellen und fliegende Fische…
Durch die Abgeschiedenheit während mehrerer Tage fühlte ich mich dem Leben und der Natur viel näher. Dieser Trip gefiel mir ungemein und wie während früheren Strecken lernte ich sehr viel. Aber diesmal lernte ich viel über mich selber und wie wenig ich brauche um glücklich zu sein. Ich lachte mit mir und über mich. Ich fluchte, nur um zu merken dass Lachen besser ist. Ich erlebte eine andere Art von Glück. Dieses Glück war nicht auf einen kurzen Moment bezogen. Nicht dasselbe wie wenn man etwas lustiges sieht. Nicht wie wenn dich jemand zum Lachen bringt. Nicht wie wenn dich jemand küsst oder du ein Geschenk erhältst. Nein, dieses Glück bleibt für eine lange Zeit, vielleicht in mir und auch rund um mich.

Vielleicht erinnert euch diese Beschreibung an Drogen. Eine sehr intensive Erfahrung, aber was wenn die Wirkung nachlässt? In meinem Fall; was wenn ich ankomme? Gibt es dann nicht eine grosse Leere?

Ja, die Leere kam. Ich habe meinen Traum erfüllt. Die Ankunft nach meiner ersten Einhand-Reise fühlte sich toll an. Ich war glücklich, stolz und dankbar. Aber dies war wieder das kurze Glück, nur für einen Moment als ich die Leinen im sicheren Hafen festmachte und wieder bekannte Gesichter, Freunde, traf. Aber es war auch der Moment an dem ich merkte dass mein grosses Ziel erreicht und somit verschwunden war. Während mehreren Jahren habe ich auf dieses Ziel hingearbeitet, nun war ich dort. Innert ein paar Tagen wich dieses Glücksgefühl weil da nichts mehr war was mich antrieb. Ich fühlte mich leer. Ich arbeitete an Bootsprojekten und fühlte eine Zufriedenheit sobald ich etwas erledigt hatte. Aber es war nicht mehr dasselbe. Langsam begriff ich dass es nicht ums Ziel ging, sondern um die Reise. Um glücklich zu sein muss die Reise also weitergehen, aber was soll das Ziel sein?

Bitte versteht mich nicht falsch. Ich fühle eine starke Zufriedenheit und bin stolz auf was ich erreicht habe. Ich habe viel gelernt und erlebt. Dazu bin ich unglaublich dankbar dass alles so einfach ging. Zumindest wenn ich zurückdenke, fühlt sich nun alles einfach an und natürlich weiss ich zu schätzen welches Glück ich habe solch ein Leben zu leben. Am Anfang machten mich diese Gedanken etwas traurig und leer bis ich merkte dass ich ein neues Ziel brauche. Den Segler Lebenstil beizubehalten ist eines, aber nicht stark genug. Es benötigte eine Weile um es zu spüren, aber nun bemerke ich einen neuen Traum der in mir wächst. Ein stärkerer Traum, ein grösserer….

Es gibt noch mehr über dass ich gerne schreiben und meine Dankbarkeit ausdrücken möchte: Meine fantastische Reisepartnerin Nicole. Ich hatte alles. Zumindest dachte ich das. Ich hatte einen Job den ich mochte, Freunde die mich unterstützten und natürlich meine Eltern die immer bereit sind zu helfen und für mich da sind. Ich liess nichts schlechtes zurück, ich bin vor nichts geflohen. Aber es schien dass ein wichtiges Puzzleteil fehlte, etwas das unbedingt nötig war damit mein Abenteuer erfolgreich werden sollte. Dies war Nicole. Wir trafen uns als ich nicht bereit war alleine zu Segeln. Als sie mich verliess war ich es. Ich widme ihr diesen Beitrag um Danke zu sagen, ohne sie wäre ich wohl nicht ans Ende des Traums gekommen. Unsere gemeinsamen Erlebnisse haben mich bereit gemacht um meinen Einhand-Segel-Traum zu erfüllen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten wie ein Traum enden kann. Es kann schief gehen und man hat keine andere Möglichkeit als anzuhalten. Ein Traum kann aber auch enden indem er erfüllt wird. In beiden Fällen muss man loslassen, etwas neues finden, daran glauben und dafür einstehen, dafür kämpfen. Ich hoffe dass ich hier zeigen kann dass man seinen Traum erfüllen kann wenn man daran glaubt. Wer will, der kann. Mein Traum wurde wahr und endete auf gute Weise. Doch dies bedeutet nicht dass das Abenteuer zu Ende ist.

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Zurück nach Guatemala / Back to Guatemala

Zurück nach Guatemala, zurück „nach Hause“

Die letzte Etappe übers Meer, von Placencia (Belize) nach Livingston (Guatemala) war dann nochmals etwas länger und ich erwartete auch wieder Wind aus Osten, gemäss mehreren Vorhersagen. Es kam natürlich anders, ich motorte durch den Morgen und bekam dann Wind von Westen. Dies störte nicht sonderlich da mein Kurs näher bei Süd als bei West lag. Ich kam kurz nach der Flut nach Livingston und überquerte ohne Probleme die Sandbank. Ein Anruf bei Raul, dem Agenten, und er organisierte die Behörden gleich für den nächsten Morgen und dann machte ich den letzten Fehler dieser Reise:

Ich ankerte ganz ungewissenhaft, achtete nicht besonders auf die Kettenlänge und war relativ nahe dem seichten Wasser und einem anderen Boot. Ich ging das ganze so locker an da ich dachte: Hier bin ich, angekommen, sicher. FALSCH. Die Kette hing lose da das Schiff zwar im Wind ausgerichtet war, der Anker aber mit der Strömung lag. Livingston ist leider auch gar nicht geschützt und der Wind der dann doch aus dem Osten kam baute eine kleine steile Welle gegen die Strömung vom Rio Dulce auf. Es war zwar nicht besonders komfortabel aber in Ordnung. Bis gegen neun Uhr Abends plötzlich eine kleine Böe kam. Sofort war ich draussen, verschloss alles und wurde schon von Regen und Böen über 30 Knoten getroffen. Ich sah das Nachbarschiff an mir vorbeiziehen, aber der Eindruck täuschte. Dieses Fischerboot war an einer fixen Boje. Das Schiff das trieb war meines. Sofort wurde der Motor gestartet, Lichter an und da ich das Gefühl hatte mein Anker sei nicht fest versuchte ich diesen weiter hinaus in den Fluss zu ziehen. Der Wind bliess nun konstant über 30kn und es schüttete aus Kübeln. Immer wieder schwang ich mit dem Schiff in Richtung anderer Fischerboote und näher ans Land. Nach einer Weile liess der Wind kurz nach und ich fragte mich weshalb der Alarm denn immer noch piepst: Fast kein Wasser mehr unter dem Kiel. Der Anker war nun zwar fest aber mein Heck schwang immer wieder in den Bereich wo mein Tiefenmesser nur noch ein paar Zentimeter unter dem Kiel anzeigte. Es waren ein paar bange Momente und das ganze dauerte über 45 Minuten bis der Wind dann mal wieder unter 10 Knoten war. Ich nutzte diese Chance und ankerte dann weiter draussen im Fluss, mit mehr Distanz zu Schiffen und dem Land. Der Rest der Nacht verlief ruhig und ich hatte eine grosse Lektion gelernt: Geankert wird immer gewissenhaft nach allen Regeln. Es gibt keinen Grund hier nachlässig zu sein.

Das Einklarieren am nächsten Tag ging fix und ich genoss die Fahrt durch die Schlucht auf dem Rio Dulce. Ich sah schon den Ort Fronteras, sah die Brücke und schielte schon den ganzen Vormittag auf die Meilenanzeige. Hier erreichte ich meine ersten 3000 nautischen Meilen auf dem eigenen Bug. Ich konnte mich jedoch nur kurz freuen da ein Schlauchboot auf mich zugerast kam. Ich erkannte meine Freunde Mike und Kim von weitem. Auch sie hatten meinen GPS Tracker im Internet verfolgt und fuhren mir deshalb entgegen. Mike kam dann an Bord um beim Einfahren in den Liegeplatz mit den Leinen zu helfen. Ein kurzer Funkruf an die Marina und auch dort wurde ich erwartet. Es fühlte sich an wie nach Hause zu kommen. Dieses Anlegebier schmeckte vorzüglich und beendete eine wunderbare, 7 monatige Segelsaison…

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Back to Guatemala, back „home“

This last journey on the sea from Placencia in Belize to Livingston in Guatemala was a bit longer and I expected the easterly wind to come back. At least multiple forecasts said so.

Of course it was different and I motored the whole morning and then got some wind from the West. This was not a big deal since my course was closer to South than to West. I arrived shortly after the high tide and crossed the sand bar without any issues. A quick call to Raul, the agent, and he organized the authorities to come see me the next morning.

And then I made the last mistake of this journey:
I anchored without paying to much attention to the chainlength, was quite close to another boat and also to the shallower water. I took this so easy because I felt safe, I felt like I arrived and the dangerous sea was far away. I was wrong. The chain was not stretched since the boat was lying in the wind but the anchor was lying in the current of the river. Livingston is not protected at all and the wind that finally turned to the East created a short little chop against the current. It was not very comfortable but ok. At least until nine in the evening when a little gust came. I went up very quickly, closed everything and by the time I was in the cockpit I got hit by gusts above 30 knots and the rain just started. I saw the boat next to me drifting by but that was not correct. It was attached to a mooring ball, the boat that was drifting was mine. I immediately started the engine and turned on all the lights. Since I thought my anchor was not set I tried to drag it further out in the river, away from the fishing boats and in deeper water. By now the wind was constantly above 30 knots and rain was pouring down. After a while the wind dropped below 30 for a couple seconds and I was surprised that the alarm was still ringing. The reason was that there was barely water left below my keel. My anchor held but once in a while I was swinging towards those other fishing boats and closer to shore. I was a little worried since my depth sounder showed me less than a foot below my keel. There were some scary moments and the whole show took about 45 minutes until the wind dropped below ten knots and I took my chance to re-anchor further out in the river, with more distance to the shallow area and other boats. The rest of the night was quiet and I learned a huge lesson: Never ever take anchoring easy. Always follow all the rules, even if you think it’s a nice anchorspot and nothing is going to happen. There is no reason to take this risk and not to do it properly.

Clearing in the next day was quite easy and I enjoyed my sail up the canyon of the Rio Dulce. I already saw the village of Fronteras, saw the bridge but kept watching my GPS: Here I crossed the imaginary line of the first 3000 nautical miles, sailed on my own boat. There was not much time to celebrate since a dinghy came speeding towards me. From far away I realized that it was Mike and Kim. They too have been watching my online GPS tracker and came to greet me. Mike boarded to help me with the lines to enter my slip. A quick call to the Marina and the also expected me. It felt like coming home. This docking beer tasted delicious and closed a marvellous, 7 month long cruising season.

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Belize Barrier Reef

Vom Lighthouse Reef ging es in Tagessegeletappen weiter bis ans Ziel in Livingston, Guatemala. An einem komplett windstillen Tag fuhr ich unter Maschine los. Wie schon mal an einem Tag in Kuba war das Wasser Spiegelglatt. Sobald der Anker oben war fuhr ich per Autopilot aus dem Riff und stand auf dem Vordeck. Hier hatte ich eine visuelle Kontrolle anhand einer Boje um sicher zu sein dass mich der Autopilot auf dem rechten Weg herausführt. Ich konnte nicht weg vom Vordeck, das Wasser war so schön und ich erkannte verschiedene Fische, im Sand eingegrabene Stachelrochen und kurz bevor das Wasser tiefer wurde schwammen noch die zwei Adlerrrochen vorbei welche ich schon beim Schnorcheln gesehen habe. Was für ein Start in den Tag. Glücklich mit der mir und der Welt motorte ich gemütlich die ca. 18 Seemeilen bis nach Turneffe Reef und wurde kurz auch von Delfinen besucht. Beim Ankern dort wieder dasselbe fantastische Erlebnis: Spiegelglattes Wasser und wieder einiges an Unterwasserleben zu beobachten. Die Parkwächter kamen noch kurz vorbei um mir ein kleines Informationsblatt über das Riff mitzugeben und wünschten mir einen schönen Aufenthalt.

Gemäss Wettervorhersage war es vorbei mit dem Wind für die nächsten paar Tage und so fuhr ich unter Grosssegel und Motor zuerst draussen am Barriere Riff von Belize gegen Süden und dann durch den Tobacco Cay Cut und zur kleinen Insel namens South Water Cay. Auch dieser Tag zeigte sich tierisch freundlich mit Schildkröten und Delfinen, beide auf der Innenseite des Riffs. Eigentlich war es nur noch purer Plausch. Kurze Etappen, viele Inseln, interessante Navigation, viele kleine einsame Strände und Palmen, viel Natur und wenig Menschen. Das einzige was ein bisschen fehlte ist der Wind, aber da das Wasser vielfach sehr seicht und die Passagen eng, war es vermutlich gar nicht so schlecht dort zu motoren.

Die nächste Etappe führte mich nach Placencia wo ich noch Freunde sehen wollte. Auch dieses Teilstück ging grösstenteils unter Motor aber erstmals unter Wolken. Die Abfahrt verzögerte sich wegen einem kleinen Gewitter aber dann ging es problemlos durch verschiedene tiefe Kanäle bis zum grösseren offenen Wasserbereich zwischen dem Festland und dem Riff und seinen Inseln. Ich war sehr vorsichtig mit der Navigation und überprüfte alles zweimal um keine falsche Abzweigung zu nehmen, doch versuchte ich auch nur mit Karte und Kompass zu navigieren mit dem GPS als Überprüfung. Dies ist etwas dass in Belize sehr viel Spass macht da viele Fahrrinnen nicht markiert sind und mit den ganzen kleinen Inseln gibt es so viel Punkte zum Anpeilen. Vermutlich macht es auch deshalb Spass weil es relativ einfach ist dort die Orientierung zu behalten und man muss keine Schätzungen wegen Strömungen, Geschwindigkeiten und Abdrift machen.

Etwa eine Stunde vor Placencia wurde ich per Funk gerufen. Die Leute welche ich treffen wollte verfolgten online meinen GPS Tracker und sahen dass ich in Reichweite war. So konnten wir uns fürs Nachtessen verabreden und ich verbrachte den Rest vom Nachmittag mit der Ankunft in Placencia und gemütlichem Ankern in der grossen aber leeren Bucht. Während der Saison kann man dort 30 bis 40 Segelschiffe antreffen. Ich verbrachte dort 2 Nächte um mir die Parade zum Unabhängigkeitstag von Belize anzuschauen. Angesagt um 10 Uhr morgens begann die Parade wegen Regen erst gegen 4 Uhr Nachmittags und dauerte bis in die Dunkelheit hinein. So viele fröhliche Menschen, jung, alt und alles sehr friedlich machten diesen Tag zu etwas besonderem.

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Belize Barrier Reef

Leaving from Lighthouse Reef brought small distances that I would do in daysails till arriving in Livingston, Guatemala. On a day without the slightest bit of wind I left my anchorspot. I used the autopilot and watched a buoy on the reef as a reference because I had to stand on the foredeck. There was not a ripple on the surface and I could see and even identify so many fishes, stingrays burried in sand, coral and shortly before the water got deeper I saw the two eagle rays that I already met while snorkeling. What a way to start a day. Happy with myself and the world around me, I motored the 18 nm miles to Turneffe Reef. I got a visit from a couple dolphins and arriving at Turneffe it was the same story as in the morning: Crystal clear water and lots of sealife to watch. The parkrangers stopped by quickly to hand me some information about the reef and wished me a nice stay.

According to the forecast the wind was mostly gone for the next couple days and so I sailed with mainsail and engine outside of the Barrier Reef heading South, went inside through Tobacco Cay Cut and further down to South Water Cay. This day was also very pleasant since I saw some turtles and dolphins, both on the inside of the reef. Actually all I did during those days was pure pleasure: Short distance sailing, lots of Islands and channels, interesting navigation, plenty of little beaches with palm trees, lots of nature and few people. The only thing missing was the wind but since the water was often very shallow and the passages narrow it was probably a good thing to use the engine.

The next daysail brought me to Placencia where I planned to see friends. I had to motor most of this journey as well but there was a new thing: first time sailing below clouds since a lot of days. I left a bit later because of a little thunderstorm but then made my way without problems through deep channels until I reached the bigger area of open water between the mainland and the barrier reef with its islands. I was very carful with my navigation and double checked everything twice to make sure not to turn an island to early or to late. I also practiced my navigation skills with compass and paperchart since it’s a lot of fun in Belize with little channel markers but a lot of landmarks to use as bearings. It is probably a lot of fun because it is relatively easy not to get lost there and you don’t have to estimate any speed or current for there is always something in sight. Of course I used my GPS as a control to check my navigation skills but also to stay safe.

More or less one hour before arriving in Placencia I got a call on the radio. The people I wanted to meet where watching my GPS Tracker and saw that I was within reach. This way we were able to make plans for dinner and I spent the rest of the afternoon getting there and anchoring in the empty bay. During the season one can meet 30 or more boats in that same anchorage but now it was only me. I spent there two nights so I could watch the parade they organized for their Belizean Independence Day. It was scheduled to start at 10 in the morning but due to rain they only started around 4 in the afternoon and went on till well after dark. So many happy people, young and old celebrating this event completely peacefully, made this day very special.

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