Inland Guatemala

Mit Claudine und Mike haben wir eine Schlaufe durch den Norden von Guatemala gemacht. Wir sind als erstes nach El Remate, ein kleiner Ort in der Nähe von Flores welcher uns als Ausgangspunkt für den Besuch verschiedener Maya Ruinen diente. Übernachtet haben wir in einem kleinen Hostel welches eigentlich nur 3 Zimmer auf dem Grundstück einer Familie war. Die Küche war offen, gekocht wurde auf Feuer und gegessen mit dem Rest der Bewohner. Es war sehr herzlich und ein guter Einblick in die lokale Kultur.
Als erstes gingen wir zu den berühmten Ruinen von Tikal. Es ist ein sehr grosses Areal mit vielen Ruinen, noch sind aber nicht alle ausgegraben. Wir waren sehr beeindruckt von diesen grossen Pyramiden und hatten einen privat Guide welcher uns alles erklärte, auf unserem Wunsch hin natürlich auf Spanisch.
Als nächstes haben wir mit dem Hostelbesitzer einen 3 Tagestrek gemacht. Wir besuchten die Ruinen von Yaxhá und Nakum. Yaxhá befindet sich zwischen zwei Seen, ist weniger weitläufig als Tikal, trotzdem beeindruckend aber weniger besucht. Wir haben die Besichtigung so geplant dass wir für den Sonnenuntergang auf der höchsten Pyramide waren und somit eine tolle Aussicht auf den Dschungel und die Seen hatten. Hier war auch die Beobachtung von Affen speziell, man hat nicht hochgeschaut sondern sah sie von ein paar wenigen Metern Distanz auf der selben Höhe durch die Baumkronen schwingen.

Yaxhá ist nochmal weiter im Dschungel und da haben wir ausser ein paar Arbeitern gar niemanden mehr getroffen. Diese Ruinen haben uns eigentlich am besten gefallen weil wir alles für uns hatten und es keine Absperrungen wie zum Beispiel in Tikal gab.
Während des Treks haben wir in Hängematten geschlafen und in einer offenen Dusche habe ich eine kleine Safari erlebt. Beim hineinstehen sah ich eine riesige Kakerlake, auf der Seite einen grossen Frosch, an der Wand eine Schnecke. Dann hatte ich die Füsse voller roter Ameisen und beim umdrehen lief ein hübscher Skorpion an der Wand entlang.. Für die Hängematten hatten wir zum Glück spezielle Moskito Netze aber in den Rucksäcken haben sich ein paar Kakerlaken eingenistet. Da wir genug Nahrung hatten, haben wir diese wieder in die Natur entlassen.

Nach den Ruinen gingen wir nach Semuc Champey. Dies wird von vielen als der schönste Ort Guatemalas bezeichnet. Es sind natürliche Pools mit klarem Wasser zum Schwimmen. Dort haben wir auch eine Höhle besichtet in der Mann zum Teil klettern und Schwimmen musste. Das alles mit einer Kerze in der Hand. Eine eindrückliche Tour. In einer anderen Höhle war es dann wie man es kennt: Ein klarer Weg, Beleuchtung und falls nötig Geländer. Hier war aber nicht die Höhle selber das Highlight sondern die Bewohner. Es gab dort eine Art Spinne (bzw. Kreuzung zwischen Skorpion und Krabbe) welche der Guide für uns gefangen hat und am Ende der Tour waren wir bei Sonnenuntergang beim Höhleneingang. Wir haben uns da hin gestellt und wurden von X- Tausend Fledermäusen umflogen. Dies war ein sehr eindrückliches Erlebniss, sie fliegen einem knapp vor dem Gesicht durch aber man wird nicht berührt.

In Lanquin, welches aus Ausgangspunkt zu den Pools und Höhlen dient, war während unseres Besuchs das alljährliche Fest. Wir haben traditionelle Tänze beobachtet, diverse lokale Gerichte probiert und auch Lotto gespielt. Abenteuerlich war eine Fahrt mit dem Riesenrad. Dies wurde von einem alten Auto angetrieben, ein Pneu wurde entfernt und diente als Antrieb für ein Stahlseil welches als Riemen ums ganze Rad ging. Die Pedalen waren auch noch vorhanden und für verschiedene Geschwindigkeiten oder Richtungswechsel musste der “Fahrer” natürlich kuppeln und schalten. Beeindruckend kreative “Ingenieurs”-Kunst. Über die Sicherheit solcher Sachen macht man sich in dem Moment wohl besser keine Gedanken.

Als letztes sind wir dann noch an einen wenig touristischen Ort, zur Laguna Lachuá. Diese ist in einem Naturpark und nur zu Fuss in etwa einer Stunde erreichbar. Ich kann mich nicht erinnern das ich jemals in klarerem Süsswasser gebadet hatte welches nicht die Temperatur der Schweizer Bergbäche hat. Was uns auch gefallen hat ist das neben uns nur einheimische Besucher dort waren. Anscheinend gibt es dort auch Krokodile aber wir haben beim Baden keine gesehen.

Auf dem Rückweg haben wir in Coban angehalten und dort haben sich unsere Wege dann getrennt. Mike ging zurück nach Guatemala City und flog nach Kalifornien zurück. Claudine kam zurück nach Rio Dulce für 2 Nächte und ging dann weiter nach Honduras.

Wir hatten eine super Zeit und es gab tolle Einblicke wie Guatemala wirklich ist da wir mehrmals bei Einheimischen übernachtet oder gegessen haben. Vermutlich sind wir mehr hinten auf Pickups gefahren als in Bussen und wenn der Bus voll ist dann sitzt man halt auf dem Dach. Natürlich teilt man sich den Bus auch mit lebenden Hühnern, vor Schweinen wurden wir aber soweit verschont.

Wie weiter?
Seit diesem Trip bin ich mehr oder weniger in Rio Dulce geblieben, habe am Schiff gearbeitet, etwas Spanisch gelernt und das Leben hier genossen. Am nächsten Dienstag kommt Nicole zurück und ich werde sie in Guatemala City abholen. Vermutlich bleiben wir gleich eine Woche dort bzw. in Antigua und kommen dann zurück. Sobald das Schiff dann bereit ist werden wir nochmals ins Landesinnere gehen und danach die Marina verlassen um hier auf dem Lago Izabal zu ankern und umherzuschippern. Im November soll hier ziemlich was los sein da viele Leute zurück kommen und dann auch den Rio verlassen. Wir werden Ende November oder Anfangs Dezember Guatemala verlassen und nach Belize Segeln. (Weils so schön war und Nicole leider nicht dabei). Wir planen auch die äusseren Atolle zu besuchen, darunter das berühmte Lighthouse Reef wo das Great Blue Hole liegt. Danach sind die Bay Islands in Honduras das Ziel und nächsten Sommer wollen wir in Panama sein. Über die Route dahin sind wir uns noch nicht ganz sicher.

Für alle die immer noch meinen wir leben hier im Paradies und machen nur Ferien möchte ich mit folgendem Satz schliessen:
Cruisen bedeutet dass man das Schiff in exotischen Orten repariert.

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Inland Guatemala

Together with Claudine and Mike we did a tour through the northern part of Guatemala. We left Rio Dulce for El Remate, a little village close to Flores, which is a good starting point to visit the Mayan ruines. We stayed at a small hostel which was nothing more than a private house with three rooms for rent. The kitchen was open, cooking happened on fire and we ate with the rest of the family. It was an interesting insight in the local culture.
First we went to the famous ruines of Tikal. This is a really large area with a lot of ruines but not all of them are discovered and excavated yet. We were really impressed by those big pyramids and we had a private guide which explained us everything (of course we asked him to do this in spanish).

Next we went on a three day jungle trek to the ruines of Yaxhá and Nakum. The first is located between two lakes and is smaller than Tikal. We timed our visit so that we ended up on the highest pyramid just for sunset with a beautiful view over the jungle and the lakes. It’s a special experience when you watch monkeys at your level or lower swinging in the treetops instead of looking up from the ground. There were only a couple other tourists which we really liked.
Nakum is further into the jungle and there we did not see someone else but a few workers. We liked those ruines most because we had it all for ourselves and there are not restrictions, unlike in Tikal for example.

During the Trek we slept in hammocks and in an open shower I had a little safari. Stepping in a saw a huge cockroach, on one side a frog and a snail on the wall. Quickly my feet were covered with red ants and when I turned around there was a nice scorpion on the other wall.. Luckily we had special mosquito nets for the hammocks but we got some cockroaches in our backpack. Since we had enough food we simply put them back to nature.

After the ruines we went to Semuc Champey. A lot of people call this the most beautiful place in Guatemala. There are natural pools with clear water where you can swim. We also visited a cave where we had to climb and swim, all that while holding a candle. It was an impressive tour. We also visited another cave, a normal one with a walkway, lights and handrails if necessary. The highlight there was not the cave itself but coming out at around sunset and waiting at the mouth of the cave. Bats leaving fly by you and quickly you are surrounded by ten thousend of bats. They fly really close to your face but never touch you. This was truly an impressive experience, to use Mikes words: Better than a ride at Disney World.

In Lanquin which is the starting point for visting the pools and caves was their annual fair. We watched traditional dances, tried different local foods and also played the local lottery. Quite adventurous was a ride on the ferris wheel. This was driven by an old car. They simply substituted a tire by a steel cable which went as a belt around the whole wheel. The pedals where still on there so to change the speed or direction they operator had to use the clutch and different gears. It’s awesome how creative they are to build something like that. But you better don’t think about safety while riding it.

Last we went to a place which was barely frequented by tourists: Laguna Lachuá. It’s in a natural reserve and only accessible by a walking path which takes about one hour. I can not remember swimming in such clear fresh water which has not the temperature of our swiss mountain creeks. It is a beautiful place and we enjoyed that the other people were all locals. Apparently there are also crocodiles but we haven’t seen any while swimming.

On the way back we stopped in Coban where our ways split. Mike went to Guatemala City from where he flew back to California. Claudine came back to Rio Dulce for two nights before going on to Honduras.

We had a great time and had some interesting insights on the real Guatemala for we stayed and ate with locals. I think we had more pickup rides than normal bus rides and when the bus gets full you just sit on the roof. Of course you also share the bus with alive chicken, but so far we never rode anything with pigs on it.

What now?
Since that trip I stayed more or less in Rio Dulce, worked on the boat, learned a little more spanish and enjoyed my life here. Next Tuesday Nicole comes back and I’ll pick her up in Guatemala City. We are going to spend a couple days there or in Antigua before coming home. As soon as the boat is ready we plan to go inland again and leave the marina after that to cruise on Lago Izabal. Apparently in November a lot of people are coming back here and then start leaving Rio Dulce. We think of leaving Guatemala by the end of November or beginning of December and sail back to Belize (because it was so beautiful and Nicole missed out). We also plan on doing the outer atolls including the famous Lighthouse Reef where the Great Blue Hole is located. Next goal after that are the Bay Islands in Honduras and we want to be in Panama for next summer. How we get there is not yet clear though.

For all the people who still think we are living in paradise and are just having holidays I want to conclude with the following saying:
Cruising is boat repairs in exotic places.

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Eine Antwort auf Inland Guatemala

  1. Miguel sagt:

    what about pictures??