Der Weg nach Roatan / Heading to Roatan

Der Jahresrückblick muss warten, hier beschreibe ich den Trip von Rio Dulce in Guatemala nach Roatan in Honduras.

Leo: Danke für deine Kommentare. Ja wir haben uns gut eingelebt, wenn ich die Winterbilder sehe dann bereue ich das auch nicht. Wir haben eigentlich kein Ritual, ausser dem Ankertrunk wenn wir irgendwo ankommen. Es soll aber Schiffe geben die beim Ablegen dem Windgott Rasmus ein Schluck Rum ins Meer giessen. Auch kennen wir mehrere die nicht an einem Freitag lossegeln und gestern, Freitag der 13. gingen wohl noch weniger los.
Danke für den Gruss und gib bitte einen zurück.

Am Montag Nachmittags erhielt ich alle Teile um meine Solarpanels zu montieren. Dies dauerte dann bis Mittwoch nach Sonnenuntergang bis endlich alles installiert und angeschlossen war. Am Donnerstag sah ich dann das es funktioniert und es wurde aufgeräumt. Alle Backskisten waren leer da ich dort hineinkriechen musste um die Kabel zu verlegen. Gleichzeitig wurde dort noch ein Seilzugsystem installiert damit wir den höhergelegenen Stauraum der sonst leer bleibt auch nutzen können. Am Samstag morgen sollte es dann los gehen. Sollte, da beim Maschinencheck auffiel dass das Kabel für die Schaltung gebrochen ist. Dies und eine andere Reparatur dauerten bis am Mittag und wir liefen dann unter Winken von ca. 15. Marina-Nachbarn aus. ENDLICH. Nach ca. 6 Monaten ging es wieder los. Die Nervosität war natürlich wie immer dabei. Wir fuhren den Fluss hinunter nach Cayo Quemado, eine kleine Bucht vor der Schlucht die aufs Meer führt. Zeitgleich mit dem Sonnenuntergang haben wir geankert und sind am nächsten Morgen weiter.
2h später sind wir in Livingston angekommen zum Ausklarieren. Da Sonntag war mussten wir den Agenten anrufen damit er vorbei kam. Die Papiere waren dann schnell erledigt und gegen 11.15 waren wir unterwegs über die Sandbank vor Livingston. Da die Flut um 10.30 war hatten wir keine Probleme, mindestens 2 Fuss unter dem Kiel, und dazu noch Strom mit uns. Wir Segelten eine Weile in Richtung Belize und mussten dann wegen abflauendem Wind motoren. Dies entsprach der Vorhersage. Als wir unserem Tagesziel näher kamen, eine Stunde vor Sonnenuntergang, diskutierten wir das vorgehen und entschieden gleich weiterzusegeln um so zwischen 9 und 10 Uhr Abends bis nach Placencia (BZ) zu gelangen. Viele Leute empfehlen nicht innerhalb des Belize Barrier Reefs ohne Tageslicht zu Segeln. Da die Route von Livingston nach Placencia jedoch viel befahren ist, deshalb eventuelle Untiefen bekannt sind und ich die Ankerbucht von Placencia schon kannte sahen wir nicht zu viel Risiko. Der Wind wurde wieder stärker und wir gelangten zügig vorwärts. Von ca. 15 Meilen Entfernung konnten wir einen ersten Funkkontakt zu Freunden erstellen. Diese beschrieben uns die Situation und erwarteten uns. Wir wurden dann noch von 2 anderen Schiffen per Funk kontaktiert und als wir dann am nächsten Tag in der Bucht umsahen erkannten wir ca. die Hälfte der 20 Boote, zumindest vom Namen da sie auch am Funkverkehr in Rio Dulce beteiligt waren. Das Ankern in der Nacht war für uns ein Novum aber stellte keine Probleme dar, auch da uns per Lichtzeichen und Funk eine Orientierung gegeben wurde.
Es war toll bekannte Gesichter wiederzusehen, uns wurde Hilfe angeboten, Nachbarn kamen mit Zimtrollen vorbei und wir wurden zum Nachtessen eingeladen. Wir wurden dann auch noch von einem Schiff ausserhalb Placencias kontaktiert welches über Funk mitbekommen hat das wir angekommen sind und Neuigkeiten wurden ausgetauscht.
Die normalerweise vorherrschenden Winde kommen aus dem Osten und unser Ziel, Roatan, liegt im Osten. Die Vorhersage sprach jedoch von einer Front am Montag Abend und NordWest Winde am nächsten Tag, relativ stark sogar. Wir wollten das Wetterfenster nutzen und warteten in der Nacht gespannt auf die Front, doch nichts geschah. Mit schwachem Nordwind sind wir dann los in Richtung Osten und kamen nach 2h nach Ranguana Cay, aussen am Belize Barrier Reef. Wir haben kurz geankert aber uns gegen Schnorcheln entschieden da ein Schwell von Norden hereinkam und sind weiter durch den Pass im Riff aufs offene Meer. Dort haben wir dann mit verschiedenen Kursen und auch mit Gennaker experimentiert um dann frustriert festzustellen dass der Wind komplett weg war. Von den ursprünglich prognostizierten 15-20, in Böen 25 Knoten war nichts zu sehen. Per Motor gings halt langweilig weiter, ein Containerschiff kreuzte unseren Weg und kurz vor Sonnenuntergang ging die Angelrute los. Es war aber schlussendlich nichts daran und als wir das Schiff wieder beschleunigten stimmte etwas mit dem Motor nicht mehr. Ein Riemen war gerissen und hat den zweiten gleichzeitig auch zerstört und der Metalldraht im innern hat sich hartnäckig um das Antriebsrad gewickelt. 40 Minuten später war das Gewusel entfernt, neue Riemen installiert und gespannt. Dann hatten wir unseren HF Funk Termin und sprachen kurz mit einem Schiff in Placencia. So wissen sie wo wir sind und wie es läuft und können im Notfall auch Hilfe senden. Wir haben dies privat abgemacht aber es gibt auch ein NW-Karibisches Netz wo viele Schiffe morgens zu einer bestimmten Zeit einchecken und so auch verfolgt werden kann falls jemand in Not gerät. Während dem Funkkontakt haben wir bemerkt dass die Batterien keine Spannung mehr anzeigten, aber Strom war irgendwie noch vorhanden. Auf dem anderen Schiff war zufällig ein Mechaniker zu Besuch und er meinte das kann passieren, da wir ja einen kurzzeitigen Ausfall der Lichtmaschine hatten und die Batterien erholen sich wieder. Dies war auch so, die Maschine sprang wieder an und weiter gings. ETA war immer noch 0800 in Roatan.
Nicole übernahm die erste Wache und motorte durch die dunkle Nacht. Als ich um 11 Uhr übernahm gab es schon etwas Wind welcher sich dann bald verstärkte. Gegen 11.30 kam der Mond zum Vorschein. Der Aufgang war so rasch und rot dass ich erst erschrak und überlegte was den so grosses und rotes auf dem Meer sein könnte. Dies war soweit mein bester Mondaufgang. Unglaublich schön, gross und so rot wie das Backbordlicht. Kurz darauf konnte ich die Genua ausrollen und den Motor abstellen, die Geschwindigkeit stieg von den normalen 5 Knoten unter Motor auf über 6. Dies ist noch nicht alles was das Schiff kann aber schon ziemlich gut. Von da an war ich wahrscheinlich der glücklichste Segler in der Gegend, Freude pur unter diesen Segelbedingungen. So ging es dann bis zum Morgengrauen weiter und erst gegen 6 Uhr liess der Wind nach aber wir mussten nicht mehr soweit und blieben deshalb bei Windkraft. Gemeinsam mit einem über 300 Meter langen Kreuzfahrtschiff steuerten wir einem tollen Sonnenaufgang entgegen und waren wie geplant gegen 8 Uhr vor der Einfahrt zum Ankerplatz. Die Markierung hat sich gegenüber meinem Cruising Guide geändert und da wir genau gegen die Sonne fahren mussten haben wir den ersten Anlauf abgebrochen. Es ist ein schmaler, nicht sehr tiefer Kanal mit Riff bis fast unter die Oberfläche links und rechts daneben. Wir haben dann gewartet bis die Sonne höher stand und wollten eigentlich ins NW-Karibische Netz einchecken aber bekamen Antwort von Freunden die hier in einer anderen Bucht sind. Sie haben uns die Markierung erklärt und dann meldete sich noch ein anderes Schiff das wir von der Tortugal Marina in Rio Dulce kannten und gaben uns weitere Tipps. So gelangten wir ohne Probleme, nicht jedoch ohne Nervorsität hinters Riff und kamen an eine Mooring Boje. Müde von der Nacht räumten wir auf und machten uns auf den Weg zum Hafenkapitän zum Einklarieren. Dies ging auch ohne weitere Probleme und als ich am Nachmittag noch zum Check zur Verankerung der Boje tauchte sah ich nebenbei in weniger als 50 Meter ums Boot einen grossen Einsiedler Krebs, eine Muräne, einen Kugelfisch und eine Schildkröte. Das Riff selber ist in Schwimmdistanz und ich freue mich bereits morgen früh dorthin zu Schnorcheln.

Nb: Das Wasser ist kristallklar, es ist ein Maritimer Park. Ein Parkranger kam vorbei, erklärte uns die Regeln, fragte uns um Hilfe falls wir in der Nacht Wilderer die Schildkröten jagen sehen und gab uns Hinweise fürs bevorstehende Wetter. Wir befinden uns in West End, der Touristischen Hochburg von Roatan. Es gibt hier ein Angebot um an einem Workshop teilzunehmen wo man lernt Lionfish zu jagen, kriegt einen Speer und eine Lizenz. Das ist evtl. was für mich.

So nun wisst ihr wie so eine Segeletappe abläuft und ich bin reif fürs Bett.

The review of my first year has to wait, here I’m going to describe the sail from Rio Dulce in Guatemala to Roatan in Honduras.

Leo: Thank you for your comments. Yes we really started to like it in this area, especially when I see the winter pictures in Switzerland… I do not regret it. We don’t have any ritual except the Anchordrink when we get somewhere. There are boats who give a share of rum to Rasmus the wind god when they leave. Also we know of several people who do not leave on a friday and I’m sure yesterday even less people left for it was Friday the 13th.

Monday afternoon I received all of the parts to mount my solar panels. This took me till wednesday after sunset till everything was installed and wired and so I could only wait till next morning to see that it works. Then we had to clean up and get ready. The plan was to leave saturday morning. Was, because while checking the engine that morning I found the transmission cable broken. This and another small fix took till lunchtime and later that day we left. About 15 of the other people in the marina came to wave goodbye and of course I was nervous like everytime leaving. Finally! After 6 months we got out again! We sailed downriver to anchor in Cayo Quemado, a small bay before entering the canyon that leads to the ocean. Simultaneously with the sunset we dropped anchor and went on the next morning.
2h later we arrived in Livingston to check out. Since it was Sunday we had to call the agent to show up. The papers did not take very long and at about 11.15 we were on our way crossing the sandbar in front of Livingston. The high tide was at 10.30 so we had no problem with the depth. We always got 2 feet below the keel and had the current with us. We sailed for a while in direction of Belize but then the winds decreased and we had to motor. This was according to the forecast. One hour before reaching our goal of the day we discussed our options and decided to go on and make it for Placencia (BZ) where we should arrivee between 9 and 10 PM. A lot of people do not recommend to sail inside of the Belize Barrier Reef without daylight but since the route between Livingston and Placencia is very frequented, therefore any shallow spots known, and I already know the anchorage of Placencia we thought it was not to risky. The winds increased again and we went on with a good speed. From about 15 miles distance we were able to make the first radio contact with friends that we knew are in Placencia. They described the situation and expected us. We got contacted by two other boats and as we looked around the next day we recognized (at least by name) half of the 20 boats anchored there. Anchoring at night was new to us but without problems. This also because we got some orientation by lightsignals and radio from our friends.
It was nice to see familiar faces, we got help offered, friends came by with cinnamon rolls (the good ones) and we got invited for dinner. We also got contacted by a boat outside of Placencia who heard us on the radio and we exchanged some news and also plans.

The prevailing winds are easterlies and our next place to head to, Roatan, is east of Belize. The forecast was speaking about a front coming on monday and quite strong NorthWest winds the next day. We wanted to use that weather window and waited for the front but nothing happened. With a light wind from the North we left and arrived two hours later in Ranguana Cay which lies on the Barrier Reef of Belize. We anchored for a short amount of time but decided against snorkeling because it was rolly with a swell coming in from the North. So we left through the pass in the reef and tried a couple different headings and also the gennaker only to realize that the wind left completely. The 15-20 knots, 25 in gusts that were predicted did not show up. Boringly we motored straight east, we saw one cargo ship and shortly before sunset the fishing rod went off. Unfortunately we did not catch anything but when we accelerated the boat again something with the engine was not right anymore. One of the belts broke, damaged the second belt and the wire inside got stuck around the wheel. 40 minutes later I was able to get the rests out, new belts installed ant put tension on. Then we had a scheduled contact on the Single Side Band Radio with a boat in Placencia. That way they know where we are and how it goes and could organize help if needed. We did this privately but there is also a NW-Carribean Net where a lot of boats check in every morning and cruisers keep an eye out for each other. During the radio call we realized we had a problem with the batteries. By coincidence there was a mechanic on the other boat and we described what happened and he explained that this could happen because the alternator got stopped briskly and that the batteries are going to recover shortly. This is what happened, we got the engine started again and were on our way on. ETA was still 0800 in Roatan.

Nicole did the first watch and motored through the dark night. When I took over at 11PM there was a light wind which increased soon. Half an hour later I got a little scared because I saw a strong, big, red light and couldn’t figure out what it was for the first minute. Then I realized it was the most beautiful moonrise I’ve ever seen. It started in a deep red and looked really big; Gorgeous!
Not long after that I unfurled the genoa and turned the engine off. The speed increased from the normal 5 knots motoring to more than 6. This is not all the boat can do but already pretty good.
From that moment on I was probalby the happiest sailor in that area. Pure pleasure with those sailing conditions. It went on like that till the wind decreased again around 6AM but we did not have to go that far anymore so we stayed with the wind power. Together with a 1000 feet Cruiseliner we admired a beautiful sunrise and arrived as planned at 8AM at the entrance of the anchorage. The markers changed in comparison to my cruising guide and since we had to go straight into the sun we stopped our first approach. It is a narrow, not to deep channel with a reef coming almost to the surface to the left and right if it. So we waited till the sun was higher and also got a radio contact to friends who explained the markers to us. There was then a second boat that we already knew from the Tortugal Marina in Rio Dulce breaking in and giving us some more advice about the entrance. So we were able to enter the reef without any problems, but not without being quite nervous and got to a mooring ball. Tired of the night we cleaned up the boat and got on the way to the Port Captain to clear in. This happened without any problems, it was by far the easiest and fastest checkin we did. Also the cheapest since it cost us only 220 Lempiras (10 Dollars) for the immigration. Later I dove down to check on the mooring and within 50 meters of the boat I saw a big hermit crab, a muray eel, a porcupine fish and a big turtle. The reef itself is in swimming distance and I’m looking forward to go snorkeling there tomorrow.

The water here is crystal clear, it is a marine park. A park ranger came by and explained us the rules, asked us for help if we would see some pouchers at night, hunting for sea turtles and told us about the weather. We are now located in West End, the touristic hot spot of Roatan. There are workshops here where you learn how to spear Lion Fish, you get a spear and a license. This might be something for me.

Well, now you know how one of those passages inculding an overnight sail works and I’m ready for bed.

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