Rückblick Teil 4 / Review part 4

Mental:
Am Anfang habe ich den Druck der Verantwortung komplett unterschätzt. Ich habe mental meine Grenzen kennengelernt und mit der Erfahrung die ich nun habe bin ich um einiges relaxter. Bootsschlaf gehört nun zum Alltag, Aufwachen zum Alarm des Wind Instruments oder der GPS Warnung um danach sofort wieder einschlafen zu können ist kein Problem. Nervös bin ich jedoch immer noch wenn wir einen Ort verlassen und anscheinend wird das nie weg gehen. Ich habe gelernt wie stark sich meine Laune verändern kann wenn ich übermüdet bin oder auch hungrig. So kann ein einziger aufdringlicher Einheimischer sehr mühsam sein wenn man nach einer Übernachtfahrt an Land kommt und einem den Ersteindruck vermiesen. Ich weiss nun dass ich darauf nicht zu viel geben soll und am nächsten Tag wenn ich erholt bin neu starten kann. Andererseits ist ein Kontakt zu bekannten mit Tipps für den Ankerplatz und der Region meistens Gold wert und bewirken einen massiven Aufsteller wenn man ankommt. Auch Delfine können die Stimmung heben wenn alles andere nicht so rosig ist. Jede kritische Situation hat uns viel an Erfahrung gebracht aber auch jedes normale Anker oder Hafenmanöver lässt uns gelassener werden.
Als ich damals mit dem Rucksack unterwegs war kam nach ein paar Monaten doch ein Gefühl auf welches mir mitteilte wo meine Heimat ist. Auf dieser Reise habe ich das soweit nicht. Die Unterschiede liegen auf der Hand: Mit Nicole sind wir zu zweit unterwegs und mit dem Boot haben wir ein Zuhause, eine Rückzugsmöglichkeit und auch ein Ort der grösser ist als ein Rucksack um seinen ganzen Alltag einzupacken. Der Kontakt zu Freunden ist dank WhatsApp, Facebook und Skype fast täglich vorhanden und der wöchentliche Skypeanruf mit den Eltern lässt auch diese Verbindung stark bleiben. Was mir ein bisschen Schmerzen bereitet ist wenn ich ein Bild von Raclette sehe :) Den Schnee und die Kälte vermisse ich aber nicht.

Alles in Allem bin ich sehr zufrieden mit dem ersten Jahr. Natürlich hätten gewisse Sachen einfacher gehen können aber ich denke es hätte auch ganz anders sein können und ich wäre bereits wieder in einem normalen Arbeitsalltag. Wenn man es nimmt wie es kommt geht es einfacher und viele Sachen ergeben sich dann. Wir leben um einiges einfacher, verzichten auf Luxus aber sind reich an Glück. Ein wichtiger Punkt ist auch das wir soweit immer gesund waren. Besonders da die meisten anderen Cruiser älter sind sehen wir immer wieder gesundheitliche Beschwerden und sind dankbar für unsere heilen Körper. Oft hören wir auch von anderen dass sie früher bzw. in unserem Alter mit Cruisen hatten starten sollen.

Fehler mit massiven Konsequenzen haben wir bis jetzt keine gemacht und schauen das erste Jahr somit als erfolgreich an.

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Mental review:
In the beginning I completely underestimated the pressure that came from being responsible for the boat. I learned where my mental limits are and with the experience I gained I became a lot relaxter. Boatsleep became daily routine, waking up to the alarm of the wind instrumet or the GPS warning only to go to sleep soon after is not a problem anymore. Anyway I am still nervous when we leave a place and what I’ve heard this will never change.
I learned how quick my mood can change when I’m exhausted or hungry. So can a single intrusive, annoying local person lead to a very bad first impression of a place when you arrive, very tired, after an overnight sail. I know by now that I should not think to much about that and give the place a new chance as soon as I’m recovered.
On the other hand, a contact to a familiar sailor or just anyone who gives you tips and information about the anchorage and the place can raise your spirit and be very encouraging. Also dolphins swimming at your bow can help to get in a better mood when things are not that shiny. Every critical situation gave us a lot of experience but also every successful ancor or sailing maneuver made us become calmer.
When I was backpacking three years ago I got that feeling who told my where my home was after a couple months. This time it’s different. The differences are obvious: With Nicole it’s two of us and with the boat we have a home. A place to retreat and also a place that is bigger than a backpack to store your everyday life. The contact to friends is very good thanks to WhatsApp, Facebook and Skype and the Skypecall with my parents every Sunday keeps a strong bond. What hurts me a little is everytime I see picture of Raclette. :) What I don’t miss is the snow and the cold.

Alltogether I am very, very happy with the first year. Of course some things could have gone easier but I think it also could have been a lot worse and I would already be back in a working routine. If you take it like it comes everything goes easier and a lot of things just fall in place. We live a lot easier, we do not really have luxury ( unless you call living on a sailboat a luxury ) but we are rich because we are lucky living this life. A very important point is that we did not have any health issues so far. Since a lot of the other cruisers are older we can see some discomfort from time to time which always remembers us to be grateful for our healthy bodies. A lot of them also say that they should have started earlier with cruising.

We did not do any mistakes with severe consequences and we call this first year a successfull one.

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