Ein normaler Tag / A typical day

Ein normaler Tag

Einer dieser Tage wurde ich von einem Knall geweckt. Kurz darauf hörte man das typische Geräusch von einem Kurzschluss. Sofort war ich hellwach und schaute nach draussen; auf dem Dock war ein Kabel in Flammen, nur ein paar Meter von unserem Schiff. Ich rief Feuer und Nicole meinte später dass sie mich noch nie so schnell hat rennen sehen. Der Sicherheitsmann von der Marina war bereits vor Ort aber wusste nicht was machen. Ich rief ihm zu er solle das Kabel rausziehen was er dann auch machte. Er versuchte dann erfolglos einen Feuerlöscher zu benutzen so dass ich mir auf dem Dock den nächsten schnappte und das Feuer löschte. Ich weiss nicht ob sein Feuerlöscher nicht funktionierte oder ob er nicht wusste wie man ihn benutzt. Dies war mein erster Löscheinsatz in Unterwäsche :)
Das Kabel welches brannte war von einem Charterkatamaran. Dieser hatte einen bezahlten Skipper an Bord der rausschaute, mir sagte dass es nicht nötig war einen Feuerlöscher zu benutzen da er schon einen Kessel mit Wasser bereit hatte. Nunja, jedem seine Art einen Elektrobrand zu löschen. Eine weitere Crew schaute dann etwas später aus ihrem Schiff raus und fragte warum ihre Klimanlage nicht mehr funktionierte. Ich bin froh mit offenen Luken zu schlafen, man bekommt einfach mehr mit was für die Sicherheit wichtig sein kann. Natürlich hatten wir dann einen ganzen Tag keinen Landstrom da ich komischerweise annahm die Marina angestellten würden sich darum kümmern. Erst als ich am Abend aufs Büro ging wurde dann am nächsten Morgen ein Elektriker aufgeboten um irgendwo eine Sicherung reinzudrücken.

Die Mission dieses Tages war Internet. So fuhren wir später mit einem Bus zu einem Resort in der Nähe. Für 4.50 konnte man eine Stunde das Wifi benutzen. Etwas billiger als letztes Jahr und sogar Wifi (erst das zweite dass ich in Kuba antreffe) aber immernoch sehr langsam. Die Mädels erkundeten die Hotelanlage und ich fand sie dann an der Poolbar. Hier auf Cayo Largo gibt es nichts ausser Resorts und die Marina. Alle Kubaner hier sind für die Arbeit da. So gibt es auch keine Touristen die nicht in einem Resort wohnen und entsprechend konnte uns kein Preis gemacht werden für die Getränke. Der nette Barkeeper hat uns dann den ganzen Nachmittag Drinks umsonst gemacht.
Die nächste Mission war Gemüse. Wenigtstens Zwiebeln und Pepperoni brauchen wir für unsere Pizza. Der kleine Laden in der Marina hat nichts. In zwei Kühlschränken findet man vielleicht 40 Eier, etwas Konfitüre und gekühlte Taucherbrillen und Schnorchel (Aus welchem Grund auch immer). Täglich wurde mir gesagt das Schiff komme am nächsten Tag oder man wisse nicht wann. So wollte ich die Chance nutzen im Hotel nachzufragen. Nach unserem Nachmittag an der Poolbar ging ich ins Restaurant und fragte nach dem Chef. Der war zwar nicht da aber als ich erklärt habe dass wir auf einem Schiff sind und nirgends Gemüse kriegen wurde gelacht und zwei Minuten später erhielten wir eine schöne Menge. Geld wurde keines angenommen und ich bedankte mich und sagte dass wir nun endich Pizza machen können. Da wurde ich gefragt ob wir Teig hätten und ich sagte dass wir Mehl haben um Teig zu machen. Uns wurden dann 6 Ofenfrische vorgebackene Pizzateige mitgegeben, und abermals wurde eine Bezahlung verweigert, sogar der Dank wurde zurückgegeben uns sie sagten: Nein nein, wir bedanken uns. Unglaublich freundlich und überaus erstaunlich wenn man weiss dass die meisten dort einen Lohn von ca. 20 Dollar im Monat haben.

Der nette Barkeeper von der Poolbar brachte uns in den nächsten Tagen dann noch mehr Gemüse, ein paar Ananas, Eier, Brot und Pasta.
In einem Cruisingguide habe ich gelesen dass man sein Glück in der Küche eines Hotels versuchen kann. Das wir so beschenkt wurden hätte ich mir jedoch nie träumen lassen. Was für ein Gastfreundliches Volk.

————————————————————————————————-

A typical day

One day I woke up because I heard a little boom. Next thing we heard was the typical noise of an electrical short circuit. I was up immediately and looked outside; on the dock I saw a cable burning, just a couple feet away from our boat. I screamed: Fire!! and Nicole told me later that she has never seen me running that fast. A security guy from our dock was already there but he did not know what to do. I told him to pull the cable out of the plug first, so he did. Then he tried to use a fire extinguisher but was not successful. I grabbed the next one and put the fire out. I don’t know if his extinguisher did not work or if he did not know how to use it. That was my first time putting out a fire in my underwear. :)

The cable that caught on fire was from a charter catamaran. They had a paid skipper and he looked out of the boat and told me that it was not necessary to use a fire extinguisher because he was ready with a bucket of water. Different people seem to have different ways to stop an electrical fire…
Soon another crew showed up and asked why there air conditioning did not work anymore. I’m glad to sleep with open windows because then I know what is going on outside which can be important for our safety. Of course we did not have shore power for the whole day but I thought since there was a fire the marina people would take care of it. I was wrong and only after I went to the office in the evening they called an electrician who arrived the next morning to reset a circuit breaker somewhere.

The mission of that day was to get internet access. For that reason we took a bus to a resort close by. For 4.50$ per hour one can use Wifi there. A bit cheaper than last year and even Wifi. Only the second Wifi I found in Cuba but still very slow. The girls went to see the Resort are and later I found them at the Pool bar. Here in Cayo Largo there is nothing except Resorts and the Marina. All the Cubans are just there to work and therefore there are also no tourists who don’t live in a resort. So the bar keeper couldn’t make us a prize for the drinks and we were enjoying cocktails for free during the whole afternoon.

The next mission was to get vegetables. We needed at least onions and peppers to make our pizza. The little store at the marina did not have anything. In two fridges they had 40 eggs, some marmalade and cooled masks and snorkel (for whatever reason). Every day they told me that the next day there would be a boat bringing stuff but it never happened. So I took my chance to ask in the resort. After the afternoon at the poolbar I went to the restaurant and ask to talk to the chef. He wasn’t there but I explained them that we live on a boat and don’t get vegetables anywhere. They laughed and two minutes later they brought us quite an amount of stuff. They did not accept any money so I said thank you and that now I could make pizza again. Another guy heard that and asked if we had dough. I denied but said that I had flour and would make dough. Then he gave us 6 prebaked pizza doughs that were still warm from the oven. Again they refused any payment and even said: No, no, we say thank you. Incredibly friendly and also a bit surprising if you remember that they earn around 20 USD per month (!).

The nice barkeeper from the poolbar met us in the marina in the next days and brought us even more vegetables, some pinapples, eggs, bread and pasta. I did read in a cruising guide that you can try your luck in a kitchen of a resort. But I never expected that they would treat us like this. What a hospitality.

Dieser Beitrag wurde unter Cruiserleben, Leben auf der Yacht veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.