Besuch von Freunden / A visit from friends

Freunde zu Besuch
Nicole und ich hatten ein paar schöne Tage in Cienfuegos, konnten ein paar Sachen am Schiff erledigen und haben uns dann auf den Weg nach Trinidad gemacht. Eine Stadt die bekannt ist für Musik und Tanz. Es ist klar touristischer als Cienfuegos, hat aber eine schöne Altstadt und viele kleine Bars und Restaurants. Wir haben in einer hübschen Casa particular übernachtet, günstig und sauber. Dies wahr wohl die beste Dusche seit Guatemala. Warmes Wasser! An einem Tag haben wir einen Ausflug mit Pferden zu einem Wasserfall gemacht. Aus der Stadt über Felder, durch kleine Bäche (keine Brücken), Wälder bis in ein kleines Tal wo wir zuhinterst zum Wasserfall kamen. Dies hat uns sehr gut gefallen und wir waren uns einig dass wir die Möglichkeiten zum Reiten mehr hätten nutzen sollen. Ansonsten haben wir viel Zeit mit herumlaufen in der Stadt verbracht, ein paar nette, einheimische Leute getroffen und den Kubanern beim Tanzen zugesehen. Ich bin kein Tänzer und WENN ich im Sinn gehabt hätte es dort zu versuchen oder zu lernen dann hätte ich mich wohl schnell gestoppt da ich im Vergleich zu den Kubanern wohl nur wie ein besoffener Affe ausgeschaut hätte. Diese Leute scheinen das einfach im Blut zu haben und es ist eine wahre Freude denen zuzuschauen. Man sieht das auch überall, zum Beispiel ein kleines Mädchen in der Schlange bei der Kasse von einem Supermarkt. Warten ist langweilig, Musik ist vorhanden also beginnt sie einfach zu tanzen.

Als wir zurück nach Cienfuegos kamen waren Patric und Sandra, unsere Gäste aus der Schweiz bereits in der Marina. Es hat mich sehr gefreut sie zu sehen. Sie erfuhren dann auch gleich was es bedeutet mit dem Schiff zu reisen da gleich am ersten Nachmittag zwei wichtige Dinge kaputt gingen: Die Benzinversorgung fürs Dinghi und die Frischwasserpumpe auf dem Schiff. Mit Ihnen waren wir noch in Cienfuegos unterwegs, haben einen Friedhof besucht wo wir von der speziellen, freundlichen Carmen herumgeführt wurden. Auch haben wir das schon erwähnte Schloss in der Einfahrt zur Cienfuegos Bucht besucht und waren einkaufen. Dann ging es los. Sowohl Sandra als auch Patric waren um einiges ungeduldiger endlich Segeln zu gehen als Nicole und ich. Wir fuhren früh los, assen unterwegs und kamen dann raus aus der Bucht. Beide folgten meiner Empfehlung dass sie Essen und Trinken sollten bevor wir aus der Bucht raus sind und trotzdem wurde Sandra an diesem Tag Seekrank. Leider war nicht sehr viel Wind und wir fuhren als Motorsegler in Richtung Cayo Guano del Este. Patric warf die Rute aus und fing zwischendurch mal einen kleine Fisch der aber vom Haken kam als wir ihn einholten. Später gab es noch etwas Seegras und wir konnten schon den Leuchturm unseres Tagesziels sehen. Gemäss Karte waren wir noch im tiefen Gewässer und ich sagte zu Patric dass die Chancen etwas zu fangen grösser werden wenn wir an die Steilkante kommen. Schon ein paar Minuten vorher war es uns möglich zu sehen wo das Wasser seichter wurde, da die Farbe von dunkelblau zu hellblau und Türkis wechselte. Und genau als wir über die Kante fuhren ging die Rute los. Sandra war leider immer noch Seekrank und bekam nicht allzuviel mit. Nicole übernahm das Steuer und ich half Patric einen schönen Barracuda zu landen. Noch bevor wir geankert haben war der Barracuda in Filets verwandelt.
Guano del Este ist eine kleine Felseninsel auf der ein 54 Meter hoher Leuchturm steht mit einem kleinen Sandstrand an der Nordküste. Wir verbrachten dort 2 Nächte, besuchten den Leuchturm mit seinen sehr freundlichen Wärtern, waren Schnorcheln und assen Barracuda. Dieser war gross genug für zwei Mahlzeiten und mit Patric und Sandra haben wir zum ersten Mal unseren Grill benutzt.
Dann gings weiter nach Cayo Sal wo wir schon ein paar Wochen vorher waren. Das Wasser war diesmal weniger klar aber wir fanden wieder Lobster. Patric und ich holten je einen und er merkte dass es doch nicht so einfach ist wie es aussieht. Es war eine gute Erfahrung, wir hatten viel Spass und ein leckeres Nachtessen. Die Seekarten in Kuba sind nicht immer genau. Hier entstand das Bild mit dem GPS, gemäss diesem haben wir meistens AUF statt neben Inseln geankert.
Von Cayo Sal nach Cayo Largo segelten wir unter Spinnaker und hatten für eine Weile begleitung von einem einzelnen Delfin. Dies war ziemlich erholsam und die Nacht verbrachten wir in der Marina. Nach dem ersten Tag zeigte Sandra keine Anzeichen mehr von Seekrankheit und auch während dieses Teilstücks welches ausserhalb des Riffs verlief blieb sie in Form. Seabands sei Dank.
In Cayo Largo besuchten wir eine Schildkrötenfarm und gingen am Nachmittag zu einer kleinen Insel, Hijos de los Ballenatos, zum Schnorcheln. Obwohl die Bojen dort für Taucher sind war das Wasser eher in Schnorcheltiefe, mit maximum 4 Metern oder so. Die Sicht war nicht die beste aber es hatte jede Menge Leben umher und Nicole sah ihren ersten Hai! Ich war sehr glücklich dass sie dies erleben konnte da sie Haie nicht mag. Es war ein Ammenhai und wie bei 99 Prozent dieser schönen Tiere passiert da nichts ausser man belästigt sie. Das wäre jedoch schwierig da Haie schneller schwimmen als jeder Schnorchler und meistens eine gewisse Distanz wahren.
Für die Nacht gings zurück, jedoch nicht in die Marina sondern direkt vor die Playa Sirena. Ein langer, leerer, weisser Sandstrand mit unglaublich feinem Sand. Den Sundowner tranken wir am Strand und lernten ein paar lokale Fischer kennen. Sehr erstaunlich da es für jegliche Fischerei rund um Cayo Largo eine Busse von 5000 USD gibt. Sie waren sehr nett und erklärten uns was sie so alles rausholten, was sehr bald auch von fischigen Beweisen bestätigt wurde. Sie fingen ein paar Snapper und auch einen Stachelrochen. Ich wusste nicht dass man das essen kann und so zeigten sie mir wie man den aufschneidet und welcher Teil gegessen wird. Von den 3 Fischern haben jedoch 2 gesagt dass ihnen Stachelrochen nicht schmeckt.
Nach dem Motto “Neuer Tag, Neue Insel” segelten wir in sehr seichtem Wasser zu Cayo Rico welches uns empfohlen wurde. Der Ankerplatz ist offen und so wollten wir nur den Nachmittag dort verbringen. Es war eine interessante Insel mit Sandstrand, Palmen, Lagune, Felsen, Leguanen und Jutías. Für die Nacht wollten wir zurück zum Ankern aber per Funk wurden wir dann informiert dass es am nächsten morgen zwei Plätze im Flugzeug gab und so gings zurück in die Marina damit wir am nächsten Tag weniger Stress hatten.
Ca. 10 Tage waren Patric und Sandra mit uns und wir hatten eine fantastische Zeit. Hilfsbereite und hochmotivierte Gäste, sei es Anker lichten oder fallen lassen, ich musste praktisch nichts mehr selber machen. Segel setzen, Steuern, Leinen festmachen oder auch Kochen, unsere Gäste waren bei allem voll dabei und ich hatte viel Freude beide so begeistert und glücklich zu sehen. Dies war auch das erste mal dass wir zu viert auf diesem Schiff unterwegs waren und es klappte sehr gut. Eigentlich gibt es ja 6 Schlafplätze aber ich denke mit 4 ist das Boot so ausgelastet dass man es noch geniessen kann.
Patric hatte klar die beste Kamera mit und so verzichteten wir anderen vielfach auf Fotos. Leider gingen diese Daten auf der weiteren Reise von ihnen verloren und es bleiben uns nur wenige Bilder. Umso stärker ist jedoch die Erinnerung an die gemeinsame Zeit und ich möchte mich an dieser Stelle nochmals für den Besuch bedanken. Natürlich auch für die ganzen kleinen Aufmerksamkeiten mit grossem Wert. Schon mal in Kuba Thomy Mayonnaise gekriegt?

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A visit from friends
Nicole and I had some pleasant days in Cienfuegos, finished some things on the boat and got on the way to Trinidad. A town that is famous for music and dancing. It is clearly more touristic than Cienfuegos but has a very nice old town with a lot of little bars and restaurants. We stayed in a beautiful Casa particular, affordable and clean. I think it was the best shower we had since Guatemala, warm water! One day we went horseback riding to a waterfall. Leaving the beautiful town, riding accross fields and through little forests, crossing a couple creeks (walking through, no bridges) to finally reach the waterfall at the end of a little valley. It was beautiful and we realized we should have taken more opportunities to go horseback riding. The rest of the time was spend walking around the town, meeting a couple very nice people and gaining some local experience and we also went to the famous “Casa de la Musica” which are big stairs in the middle of the town with tables and a stage where every evening shows are performed and people are dancing. I’m not a big dancer and IF I had in my mind to try and learn it there then I was stopped because the Cubans are so talented, I would simply have looked like a monkey on drugs compared to them. I think music and dancing is just in the Cubans blood. For example, once while waiting at the checkout in a grocery store, a young girl stood in front of me and she got bored waiting. There was music and she simply started to dance.

When we came back to Cienfuegos, Patric and Sandra, our guests from Switzerland where already there. I was very happy to see them. They learned quickly what it meant to travel with a boat because that same day two things broke: The fuel supply for the dinghy engine and the fresh water pump on the boat. With them we further explored Cienfuegos, went to see a graveyard where the very special but interesting Carmen showed us around. We learned that it was actually a cemetery and not a graveyard, of which I didn’t know the difference before. We also went to see the already mentioned castle at the entrance of the bay of Cienfuegos and went shopping. Then it was time to go. Both, Patric and Sandra, were a lot more impatient to go sailing than Nicole and me. We left early the next morning, ate underway and got out of the bay. They followed my suggestion to eat and drink before we would hit the waves outside of the bay but nevertheless Sandra got seasick that day. Sadly there was not much wind so we motorsailed to Cayo Guano del Este. Patric used the fishing rod and first got a little fish but it came of the hook. Later he got some seagrass and we were already able to see the lighthouse of our destination for that day. We were still in very deep water and I told Patric that fishing chances are going to increase as soon as we would get over that cliff into the shallower area. Minutes before we could see the drastic change of color, from deep blue to light blue and turquoise. And then it happened, exactly as we passed the drop off something got on the hook. Sandra was still seasick and missed most of the action but Nicole took over the steering and I went to help Patic to land a beautiful barracuda. Even before we anchored the fish was cleaned and cut into filets.

Guano del Este is a small rocky island with a 54 meters high lighthouse and a small beach on its northern shore. We spend there 2 nights, visited the lighthouse and met the very friendly staff there. We went snorkeling and ate our barracuda. It was big enough to provide 2 meals for all of us and with Patric and Sandra we finally used our BBQ for the very first time.
We moved on to Cayo Sal where we already spend some time a couple weeks before. The water was a little less clear this time but once again we were able to find lobster. Patric and me each got one and he learned that it was not as simple as it looked. Nevertheless it was a good experience, we had a lot of fun and a delicious meal. Nautical charts in Cuba are not always accurate. This is where I took the picture of the GPS, according to which we mostly anchored ON islands instead of next to them.

From Cayo Sal to Cayo Largo we were sailing mostly with our spinnaker and got company for quite a while from a lonely dolphin. It was very relaxing and we spent the next night in the marina. Luckily, Sandra only got seasick during the first day. Even though the sail to Cayo Largo was outside of the protecting reef she stayed in shape.
In Cayo Largo we went to see a turtle farm and went to snorkel of a little island, Hijos de los Ballenatos. There are some moorings for dive boats but the water is mostly in snorkeling depths, only up to 4 meters, 12 feet, deep. The visibility was not the best but there was a lot of marine life around and Nicole got the see her first shark. I was very happy that we could experience this because she is a little afraid of sharks. It was a nurseshark and like 99% of those beautiful creatures nothing happens as long as you don’t molest them. This would be quite difficult since sharks swim faster than every snorkeler and they usually keep a certain distance.
For the night we went back to Cayo Largo but did not stay in the marina. We anchored right of Playa Sirena. A very long, empty, white beach with incredibly fine sand. We drank our sundowner on the beach and met some local fishermen. Quite surprising since fishing in the area around Cayo Largo is strictly prohibited with a fee of 5000$ if you get caught. They were very nice and happy to share their knowledge with us. They explained what type of fish they would catch there and proved it soon afterwards with some action. They got a couple snappers and also a stingray. I did not know that you can eat that so they showed me how to cut it and which part could be a meal. It is a bit sad for a beautiful creatur like a stingray but 2 out of the 3 fishermen said that they don’t like to eat it.
In the Archipelago de los Canarreos you can easily say, “New day, new island” and so we went to Cayo Rico the following day. It was sailing in very shallow waters, finding our way around sand bars but with the clear water and bright sunshine it was not hard to avoid the shoals. The anchorage there is widely open so we planned to stay there only for the afternoon. It was an interesting island with a beaches, palm trees, lagoon, rocks, iguanas and jutías. We wanted to spend another night next to Playa Sirena but then we got a VHF call from the Port Captain who said that he got 2 seats in the plane the next morning. So we decided to go back in the marina to have less stress the next morning.
After more or less 10 days Patric and Sandra left us. We had a faboulos time together. Very helpful and highly motivated guests, dropping anchor or retrieving it, I barely had to do anything anymore. Raising sails, steering, tying up or even cooking, our guests were always in the middle of the action and I was very happy to see both of them so busy, interested and always smiling. It was the first time we cruised with 4 people on board and it worked out well. Officially there are 6 berths on the boat but I think with four people it’s full enough but still enjoyable.
Patric had clearly the best camera and therefore the others of us often let him take the pictures. Unfortunately all of those got lost later on their travel and we only have a couple of pictures. But I have a very strong and happy memory of their time with us and I want to say thank you to them once again for travelling that far to see us. Of course thank you as well for all the small but valuable gifts. Ever got the delicious Thomy Mayonaise while you were in Cuba?

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2 Antworten auf Besuch von Freunden / A visit from friends

  1. Mireille sagt:

    Wir würden gerne zu dir in die Ferien! Von 4.Okt -17.Okt. Würden so gerne die ünerreise nach Kuba machen und dann Kuba besuchen. Währe dies möglich? Wieviel würdest du pro tag verlangen?

    LG

  2. Thomas sagt:

    Lieber Patric

    danke für Deinen Blog! Als langjähriger Segler (mit B-Schein) habe ich ihn fast vollständig durchgelesen. Ich gratuliere Dir zu Deiner Entscheidung und freue mich jetzt schon, weiter von Euch zu hören. Du schreibst extrem kurzweilig und der Leser kann sich richtig gut in die Ereignisse hinein versetzen. Die schönen Bilder besorgen den Rest. Weiterhin gute Reise, Mast- und Schotbruch und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel! Thomas, Zürichsee (& Adria…)