Nach Westen entlang Kubas Südküste / Going West on Cubas South coast


Nachdem uns Patric und Sandra verlassen haben damit sie noch genügend Zeit hatten das Inland von Kuba zu erkunden haben wir uns langsam auf den Weg gemacht um nach Mexiko zu kommen. Einem knappen Plan zu folgen um ein Datum einzuhalten ist das schlechteste dass man machen kann, das haben wir ganz am Anfang unserer Reise gelernt. Deshalb machten wir uns ohne Stress auf den Weg, immer mit der Option meinen Eltern mitzuteilen dass wir es erst nach ihnen nach Mexiko schaffen würden. Doch das Wetter blieb gut und wir konnten locker unsererm Plan folgen. Von Cayo Largo gings nach Cayo del Rosario. Uns wurde dort ein Strand empfohlen und deshalb wollte ich dahin. Es war ein schmaler Eingang durchs Riff und wir hatten Welle von hinten. Ich versuchte dem GPS zu vertrauen und sah links und rechts von uns wie die Wellen am Riff brachen. Dann drehten wir ab um dahinter Schutz zu suchen. Das Wasser hatte zwar eine sehr schöne Farbe aber wir konnten auch in nur 4 Metern den Boden nicht sehen. Es war unruhig aber wir entschieden uns trotzdem dort zu stoppen und die Insel zu erkunden. Das Landen vom Dinghi war nicht ohne da doch eine gewisse Welle bis an den Strand kam. Der Strand selber war lang, weiss und Menschenleer. Leider aber hat auch hier der Mensch seine Spuren hinterlassen und überall fanden wir angeschwemmten Dreck. Hauptsächlich FlipFlops. Hunderte von Flipflops aber auch Glasflaschen und viel Plastik. Nachdem wir uns an diesen Anblick etwas gewöhnt haben fanden wir auch erfreulicheres, zuerst nur Spuren aber dann sahen wir überall Leguane. Auch Jutías waren umher und wir fanden überraschend viele Spuren von Schildkröten die wohl in der letzten Nacht da waren um ihre Eier zu vergraben. Sehr enttäuscht von meiner eigenen Spezies und unserem Müll verliessen wir den Strand wieder um noch vor Dunkelheit an einen geschützteren Ankerplatz zu gelangen.

Wir ankerten direkt vor einen kleinen Insel mit einer Hütte, Cayo Cantiles. Die Bewohner kamen bald vorbei und fragten ob wir irgendetwas brauchten oder Fisch möchten. Wir waren müde und haben gesagt dass wir am nächsten morgen vorbei kommen würden. Da wir in einem Hotel in Cayo Largo abermals sehr viel Gemüse bekommen haben, mehr als wir alleine essen konnten, brachten wir den 3 Männern etwas davon. Dazu noch eine flasche Limonade. Wir lernten dass sie jeweils für 30 Tage vor Ort waren bevor dann 3 andere kommen und sie einen Monat Ferien hatten. Ihre Aufgabe war auf die Affen auf der Insel aufzupassen und zu füttern aber die meiste Zeit verbrachten sie mit Fischen, Lobster holen und kümmerten sich um die umliegenden Inseln und deren Strände oder um ein paar Haussschweine. Die Affen dort leben frei und sind für medizinische Zwecke gedacht. Bei Bedarf werden ein paar eingefangen und auf die Hauptinsel von Kuba gebracht um dort die Laboversuche durchzuführen. Anscheinend benötigen sie so 3-4 pro Jahr, bei einem Bestand von 90-120 Affen. Da sie dort isoliert auf der Insel sind wird keine Quarantäne benötigt sobald sie ins Labor kommen. Wir lernten auch dass sie hin und wieder einen Hai fangen würden, quasi als Beifang. Dies schmecke ihnen nicht und deshalb kochen sie den um an die Schweine zu verfüttern. Was sie aber behalten ist die Leber. Diese wird in einen Plastiksack gesteckt und in der Sonne aufgehängt. So kriegen sie ein Öl daraus welches gut für Gelenkschmerzen sein soll. Über unser Gemüse und Limonade waren sie hocherfreut da ihre 30 Tage dem Ende zugingen und sie fast keine Vorräte mehr hatten. Auch hatten sie fast kein Trinkwasser mehr und sie gaben uns eine Botschaft mit welche wir bei unserem nächsten Stopp abliefern sollten.

Wir fuhren noch am selben Tag weiter und kamen in absolute Windstille. So motorten wir hinter dem Riff und hinter Inseln durch sehr seichtes Wasser, lange nur einen Meter unter dem Kiel und später nicht mehr als 4 oder 5 Meter Wassertiefe. Es war kristallklar und die Oberfläche dank der Windstille Spiegelglatt. Lange standen wir auf dem Vordeck und schauten uns das Wasser an während uns der Autopilot auf Kurs hielt. Dies war eine neue Erfahrung für uns, wir konnten jeden Stein erkennen, jede Koralle und jeden Fisch. Wir sahen viele Barracudas, jede Menge Kofferfische und sogar einen Stachelrochen. Das alles ohne auch nur einen Tropfen Salzwasser auf der Haut zu haben.
Später kamen wir dann nach Cayo Campos. Hier ankerten wir im Kanal und man liegt nicht zum Wind sondern zur Strömung die mit der Tide alle sechs Stunden die Richtung wechselte. Auch dies war eine “Affeninsel” mit ein paar Angestellten. Hier hatten sie jedoch eine andere Sorte Affen welche weniger schüchtern war und so bekamen wir auch ein paar zu Gesicht. Wir lieferten unsere Botschaft ab und sie funkten dann ein Schiff an welches am nächsten Tag losfuhr um ihre Kollegen mit frischem Trinkwasser zu versorgen. Die Parkwächter / Fischer hier waren ebenfalls sehr freundlich. Sie zeigten uns ihre Hütte und boten uns essen an. Auf dieser Insel gibt es frisches Grundwasser und so konnten wir dort auch unsere Wasservorräte auffüllen. Als Dankeschön gaben wir ihnen eine kleine Flasche Rum und dies führte dazu dass sie uns noch mehr Sachen anboten. So kam ich dazu mal Schildkröte zu versuchen, dies war jedoch nicht besonders gut. Sehr salzig, etwas fischig und zäh. Am nächsten Tag folgten wir einem Weg um an einen einsamen Strand zu gelangen und als wir zurück kamen hatten sie eine Kiste mit Lobster gefüllt. Sie haben uns dann auch zwei gekocht und in der Pfanne mit ihrem kleinen Boot zu unserem Schiff gebracht. Während ich Lobster meistens in Butter mit Knoblauch brate war dieser in Öl, Tomatenpüree und ein paar Gewürze. Wow was für ein Geschmack. Hier ass ich den besten Lobster meines Lebens, zubereitet von einem Fischer auf seinem Holzofen und direkt ans Boot geliefert. Diese Gastfreundschaft war so beeindruckend dass ich mich zu fragen begann was uns fehlt, weshalb wir nicht so sind. Da auch diese Männer Staatsangestellte sind kann davon ausgegangen werden dass ihr Lohn unter 20 Franken im Monat beträgt. Wir haben dann noch das Boot durchsucht und fanden ein paar Einwegrasierer welche wir ihnen übergaben und sie damit ziemlich glücklich machten.

Das war es dann vom Archipelago de los Canarreos und wir machten uns auf den Weg nach Nueva Gerona, der Hauptstadt der Isla de la Juventud. Es war eine Strecke ohne besondere Vorkommnisse, mit wenig Wind und Spinnaker. Nueva Gerona hat nur einen kommerziellen Hafen und eigentlich darf man da nicht hin. Wir wollten aber nicht in die offizielle Marina auf der anderen Seite der Insel da wir die Stadt selber sehen wollten. Als ich sie beim Einfahren angefunkt habe kam dann prompt die Frage: Was ist euer Problem. Ich nannte Treibstoffmangel, Wassermangel und Provisionierung als Gründe um einlaufen zu können und wir kriegten die Erlaubnis 2 Nächte zu bleiben. Davon und von der weiteren Reise bis nach Mexiko schreibe ich ihm nächsten Artikel.

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Going West on Cubas South coast
After Patric and Sandra left us so they would have enough time to explore the inland part of Cuba, Nicole and I slowly started to move West to get to Mexico. It is one of the worst things one can do to follow a tight schedule as we learned during the beginning of our journey. So we moved without rushing, always keeping in mind that I would tell my parents that we would arrive after them in Mexico. Luckily the weather stayed quite well and it was easy to follow our plan. From Cayo Largo we sailed to Cayo del Rosario. Someone recommended a beach there and therefore I wanted to go there. It was a narrow entrance without any markers through the reef and we had some waves from behind. I tried to trust the GPS and I saw the waves breaking over the reef to our left and right. Then we turned to get protection behind the reef. The water color was still very beautiful but it was not clear, we could not see the ground, even in as little as 12 feet of water. It was not very well protected but we decided to go ashore which was a little tricky because the waves would reach the beach and break where we wanted to land with our dinghy.
The beach itself was long, white and no one around. Unfortunately humans are also present there, in this case represented by garbage. Mostly flipflops. There where hundreds of them but also glass bottles and of course plastic. After we got a little used to this we found better things. First only trails but then we saw iguanas everywhere. There were also jutías and we found a surprising amount of turtle trails that apparently came the night before to lay there eggs. Very disappointed by my own species we left to find a better anchorage for the night.

We found a better place just in front of a small island with a little hut, called Cayo Cantiles. The people came by our boat soon after we dropped anchor and asked if we were in need of anything or if we wanted fish. We were tired and said that we would go see them the next morning. In a hotel in Cayo Largo we got once more a huge bag of vegetables, more than we could eat so the next morning we went to the island and brought some vegetables and a bottle of lemonade with us. We learned that they are 3 men, staying on the island for 30 days before 3 others come and they go home for a month. Their job is to take care of the monkeys on the island and feed them but mostly they spend their time fishing, catching lobster and taking care of the beaches on their and the islands around. They also had some pigs of which they took care of. The monkeys on the island are free but they are held there for a special purpose: laboratory testing. They need about 3-4 of them every year and then the workers catch them and send them to the mainland of Cuba to the lab where they do their tests. Since they are isolated on this island there is no need to put them under quarantine first but they can be used directly. They explained that there were around 90 to 120 monkeys living there. We also learned that they would catch a shark once in a while but it was a bycatch and not their objective. They don’t like it so they cook it and feed it to the pigs, except the liver. They put it in a bag and hang it in the sun. Slowly there is an oil coming out which apparently should be very good for people with pain in their joints. They were very happy about our food because there 30 days were almost over and they were quite low on supplies and almost out of water. So they gave us a note which we should hand to the people on the next island were we planned to go.

We left on the same day and got becalmed. We motored behind the reef and behind islands through quite shallow water. For a long time we had barely 3 feet below the keel and later not more than 4-5 meters. It was spectacularely clear and there was not a ripple on the surface, so we could see everything. For a long time we stood on the bow while the autopilot held us on course and we were amazed and looked at the ground. It was a new experience for us. We were able to see every single stone, every coral and every fish. We saw a lot of barracudas, tons of trunk fish and even a stingray. All that without getting a single drop of saltwater on our skin.

Later we arrived in Cayo Campos. We anchored in a channel and we were lying to the tidal current and not to the wind, so we changed our direction every 6 hours. This was also a monkey sanctuary but with a different kind of monkeys which were less shy and we were able to see a couple of them. We gave them our note and they called a ship by radio which promised to go the Cayo Cantiles the next day to bring them more drinking water. The parkranger / fishermen on this island were once again very friendly. They showed us their little hut and offered us food. There is a well with drinking water on this island so we were able to fill our tanks, for the first time since Cienfuegos because there is nothing in between and there was no rain the whole time. To say thank you we offered them a little bottle of rum which made them offer even more things to us, for example they gave me some turtle to try. I did not really like it, it tastes fishy, very salty and tender. The next day we followed a little path to find another lonely beach and as soon as we were back they had a big box full of lobster which they caught that morning. They cooked two of them for us and even came out to our boat, bringing their pan with the cooked lobster in it. I usually cook it in butter and garlic, he did it in oil, with some spices and tomato puree. Wow, this was clearly the best lobster I ever had in my life. Their hospitality was so amazing that I started to ask myself what we are missing, why we are not like that. Especially since they are all employed by the government and earn around 20 dollars per month. We went to look in our boat and found some razors which we gave to them and they were quite happy.

That was it from the Archipelago de los Canarreos and we moved further west to Nueva Gerona, the capital of the Isla de la Juventud. It was not a special trip, little wind and sailing with the spinnaker up. Nueva Gerona is only a commercial port and officially one is not allowed to go in there. We did not want to go to the other side of the island to find the official marina and then rent an expensive car to drive back to Nueva Gerona and decided to check it out. I called them by radio as soon as we were entering the little river that leads to the harbour and they asked: What is your problem? So I told them that we were in need of fuel, water and needed to provision and they allowed us to stay there for 2 nights. I will tell you about this and about the rest of the journey to Mexico in the next post.

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