The End of a Dream? / Das Ende eines Traums?

Dieser Eintrag war mit Abstand am schwierigsten zum Verfassen. Irgendwie fiel es mir leichter in Englisch zu schreiben und deshalb findet ihr diesmal den deutschen Text weiter unten.

This post was by far the hardest to write. For whatever reason it was easier to write it in english and then in german, this is why the english version is first and the german one below.

I did not write for a while because I did not really now where I was at.
I arrived. But where?
I did what I wanted, and that is what should have made me happy. But was I?
I achieved the goal I set some years ago. Was it what I was looking for?

You probably read about my trip, single-handing from Mexico, through Belize to Guatemala. Now I want to write a little more how I felt about that.

There were some very beautiful moments to be out there alone, to feel pure freedom, to experience this solitude away from anything. That was what my initial dream was about and it did not disappoint me. On this trip I spend a lot more time on the bow of my boat, just watching… Watching and enjoying the sky, the ocean, the clouds passing by, sunsets and sunrises, birds, dolphins, flying fish, waves, moon and stars, turtles…
The complete isolation during multiple days made me feel close to nature and life. I enjoyed this trip very much and similar to previous trips I learned a lot. But this time I learned more about myself. I learned how little I need to feel good. I laughed with myself and I laughed at myself. Sometimes I sweared at myself only to realize that laughing is better. I experienced a lot of happiness in my life. But this was different. This was not happiness confined to a moment. Not like a moment where you see something funny. Or someone makes you laugh. Or kisses you. Or you receive a gift. No, this happiness is a long happiness that stays with you or maybe inside you and around you.

This might make you think about drugs. A very intense happiness. But what when it wears of? In my case: What when I arrive? Won’t there be a big emptiness?

Yes there is. I fulfilled my dream. I arrived after this first solo journey. I was happy, I felt proud, I felt grateful. But it was the short happiness again. The momentarily happiness when I arrived at a safe harbour and met familiar faces again. But it was also the moment I realized my big goal was gone. I achieved it and therefore it vanished. I was working and learning towards this during multiple years. Now I was there. Within a couple days this happiness left me because there was nothing left that drove me towards my goal. I started to feel empty. I worked on boat projects. I felt satisfied when I finished one, but it was not the same anymore. Then slowly I realized that it is not about the destination, it is about the journey. So to stay happy the journey should go on, but what goal to set?

Please do not get me wrong. I feel immensely satisfied by what I did, I am proud, I learned and experienced a lot. I am also very thankful that everything went so easy. At least it feels easy when looking back and I am aware that I am very lucky to live a life like this. Reflecting about this made me first feel empty and sad but then I recognized that I need a new goal in my life. Sustaining the cruising lifestyle is one, but not strong enough. It did take a while to realize, but now I can feel a new dream growing. A stronger one, a bigger one….

Another feeling I would like to describe and to express my gratefulness for, is my dear friend Nicole. I had everything. At least I thought so. I had a job I liked, friends that supported me and of course my parents who where always ready to help and be there for me. Everything I left behind was good. I did not flee from anything. But it seemed like there was something missing for my adventure to become successfull. It was my fantastic travel mate Nicole. I met her at the beginning of my journey when I was not ready to go alone. When she left me I was. Therefore I think that Nicole was the one most important puzzle-part I did not prepare before leaving. I dedicate this post to her to say thank you, for I don’t think I would have fulfilled my dream without her. Our experience together made me ready to sail alone, ready to achieve my dream.

There are different ways to end a dream. It can go bad and you are forced to stop. But a dream also ends when you fulfill it. In either case one has to go on, find something new, believe in it and go for it. I hope that I can show people that you can realize your dreams. If you really want, you can. My dream became true and therefore ended. But this does not mean that the adventure ended.

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Das Ende eines Traums?

Ich habe lange Zeit nichts neues geschrieben da ich nicht wusste woran ich war.
Ich bin angekommen, aber wo?
Ich tat was ich wollte und dies sollte mich glücklich machen. Aber war es auch so?
Ich habe mein mehrjähriges Ziel erreicht. Habe ich gefunden wonach ich gesucht habe?

Ihr habt vermutlich meinen letzten Eintrag über die Einhand Reise von Mexiko über Belize nach Guatemala gelesen. Nun möchte ich etwas die Gefühle beschreiben die ich während dem erlebt habe.

Es gab viele sehr schöne und tolle Momente. Alleine da draussen zu sein, pure Freiheit und Einsamkeit zu spüren war unbeschreiblich. Dies war mein ursprünglicher Traum und ich wurde nicht enttäuscht. Während dieser Reise verbrachte ich viel mehr Zeit vorne auf dem Bug und genoss es einfach. Wie im Kino beobachtete ich wunderschöne Sonnen Auf- und Untergänge, klare Sternennächte, Delfine, Schildkröten, Wolken, den Ozean, Vögel, Wellen und fliegende Fische…
Durch die Abgeschiedenheit während mehrerer Tage fühlte ich mich dem Leben und der Natur viel näher. Dieser Trip gefiel mir ungemein und wie während früheren Strecken lernte ich sehr viel. Aber diesmal lernte ich viel über mich selber und wie wenig ich brauche um glücklich zu sein. Ich lachte mit mir und über mich. Ich fluchte, nur um zu merken dass Lachen besser ist. Ich erlebte eine andere Art von Glück. Dieses Glück war nicht auf einen kurzen Moment bezogen. Nicht dasselbe wie wenn man etwas lustiges sieht. Nicht wie wenn dich jemand zum Lachen bringt. Nicht wie wenn dich jemand küsst oder du ein Geschenk erhältst. Nein, dieses Glück bleibt für eine lange Zeit, vielleicht in mir und auch rund um mich.

Vielleicht erinnert euch diese Beschreibung an Drogen. Eine sehr intensive Erfahrung, aber was wenn die Wirkung nachlässt? In meinem Fall; was wenn ich ankomme? Gibt es dann nicht eine grosse Leere?

Ja, die Leere kam. Ich habe meinen Traum erfüllt. Die Ankunft nach meiner ersten Einhand-Reise fühlte sich toll an. Ich war glücklich, stolz und dankbar. Aber dies war wieder das kurze Glück, nur für einen Moment als ich die Leinen im sicheren Hafen festmachte und wieder bekannte Gesichter, Freunde, traf. Aber es war auch der Moment an dem ich merkte dass mein grosses Ziel erreicht und somit verschwunden war. Während mehreren Jahren habe ich auf dieses Ziel hingearbeitet, nun war ich dort. Innert ein paar Tagen wich dieses Glücksgefühl weil da nichts mehr war was mich antrieb. Ich fühlte mich leer. Ich arbeitete an Bootsprojekten und fühlte eine Zufriedenheit sobald ich etwas erledigt hatte. Aber es war nicht mehr dasselbe. Langsam begriff ich dass es nicht ums Ziel ging, sondern um die Reise. Um glücklich zu sein muss die Reise also weitergehen, aber was soll das Ziel sein?

Bitte versteht mich nicht falsch. Ich fühle eine starke Zufriedenheit und bin stolz auf was ich erreicht habe. Ich habe viel gelernt und erlebt. Dazu bin ich unglaublich dankbar dass alles so einfach ging. Zumindest wenn ich zurückdenke, fühlt sich nun alles einfach an und natürlich weiss ich zu schätzen welches Glück ich habe solch ein Leben zu leben. Am Anfang machten mich diese Gedanken etwas traurig und leer bis ich merkte dass ich ein neues Ziel brauche. Den Segler Lebenstil beizubehalten ist eines, aber nicht stark genug. Es benötigte eine Weile um es zu spüren, aber nun bemerke ich einen neuen Traum der in mir wächst. Ein stärkerer Traum, ein grösserer….

Es gibt noch mehr über dass ich gerne schreiben und meine Dankbarkeit ausdrücken möchte: Meine fantastische Reisepartnerin Nicole. Ich hatte alles. Zumindest dachte ich das. Ich hatte einen Job den ich mochte, Freunde die mich unterstützten und natürlich meine Eltern die immer bereit sind zu helfen und für mich da sind. Ich liess nichts schlechtes zurück, ich bin vor nichts geflohen. Aber es schien dass ein wichtiges Puzzleteil fehlte, etwas das unbedingt nötig war damit mein Abenteuer erfolgreich werden sollte. Dies war Nicole. Wir trafen uns als ich nicht bereit war alleine zu Segeln. Als sie mich verliess war ich es. Ich widme ihr diesen Beitrag um Danke zu sagen, ohne sie wäre ich wohl nicht ans Ende des Traums gekommen. Unsere gemeinsamen Erlebnisse haben mich bereit gemacht um meinen Einhand-Segel-Traum zu erfüllen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten wie ein Traum enden kann. Es kann schief gehen und man hat keine andere Möglichkeit als anzuhalten. Ein Traum kann aber auch enden indem er erfüllt wird. In beiden Fällen muss man loslassen, etwas neues finden, daran glauben und dafür einstehen, dafür kämpfen. Ich hoffe dass ich hier zeigen kann dass man seinen Traum erfüllen kann wenn man daran glaubt. Wer will, der kann. Mein Traum wurde wahr und endete auf gute Weise. Doch dies bedeutet nicht dass das Abenteuer zu Ende ist.

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2 Antworten auf The End of a Dream? / Das Ende eines Traums?

  1. Sue Kennedy sagt:

    patric I am excited for you :) . Life holds so many different adventures!

  2. Leo sagt:

    Ola la, jetzt wird’s philosophisch. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man die schönsten Orte auf der Welt oder Momente nur geniessen kann, wenn man sie teilen kann. Ich hoffe doch, dass Dein Abenteuer weitergeht. Wie ich Dir beim Abschied schon gesagt habe, der Coiffeur hat immer eine Antwort :-) . Als Photograph machst Du schon mal eine sehr gute Figur. Wie sieht’s mit dem Charter-Geschäft aus, dass Du aufbauen wolltest? Viel Glück und guten Rutsch ins neue Jahr. Leo