Bootsarbeiten / Boatwork

Bootsarbeiten

Die höchste Priorität hatte natürlich meine Ruderkette. Diese ist auf dem letzten Trip gerissen und ich habe seitdem die Notpinne benutzt. Vorgefertigt bestellt, war der Einbau relativ einfach und nahm nur einen halben Tag in Anspruch. Die einzige Schwierigkeit bestand im Boots-Yoga. Dies ist ein Begriff fürs arbeiten in engen Räumen wo man zum Teil hineinklettern muss, kein Licht hat, sich nicht bewegen kann und in ungemütlichen Positionen Sachen erledigt. Beispielsweise hängt man Kopfüber in der Backskiste, kommt entweder mit der Hand zum gewünschten Teil, versperrt aber die Sicht oder man sieht das Ding kommt aber nicht hin. Dazu verliert man natürlich genau die Schraube die man einsetzen will oder merkt nach dem hineinklettern dass man doch ein anderes Werkzeug braucht. Aus diesen Gründen dauert auf Booten alles ein bisschen länger und man trifft fast immer auf unvorhergesehene Probleme.

Weniger Priorität hatte ein neuer Segelsack, ein sogenannter Lazy-Bag. Lazy ist englisch für „faul“. Diese Tasche ist auf dem Baum angeschlagen und wenn man das Segel runter lässt fällt es direkt hinein, wird durch einen Reissverschluss verschlossen und ist so vor der Sonne geschützt. Sowas habe ich noch nie gemacht und das war eine tolle Erfahrung. Das Material konnte ich vor Ort kaufen, als Muster benutzte ich den alten Lazy Bag der langsam auseinanderfiel und von einer Nachbarin konnte ich eine Nähmaschine benutzen. Ich fing mit einem kleinen Projekt an, einem Überzug für meinen Grill. Dies ging fix, in einem halben Tag war das gemacht und ich fühlte mich bereit für etwas grösseres. Ganze 4 Tage war ich dann am nähen, messen, zuschneiden und natürlich auch korrigieren bis mein neuer Lazybag fertig war. Es gibt zwar ein paar Details die mir nicht gefallen, aber die sehe nur ich oder wenn man wirklich genau hinschaut. Falls jemand meckern will dann nenne ich das einfach ein „gewolltes Zeichen dass ich das selber gemacht habe“. :) Diese Arbeit hat mir viel Freude bereitet. Man kann draussen sitzen, benötigt viel Platz aber das ganze ist sauber und wenn man etwas falsch macht kann man die Nähte wieder öffnen und neu nähen. Anders natürlich beim schneiden, hier habe ich gemerkt dass ich eher zur Sorte einmal messen und zweimal schneiden als umgekehrt gehöre. Leider. :/ Aber alles in Allem bin ich mit den Resultaten meiner ersten Nähversuchen sehr zufrieden.

Später hab ich die Maschine nochmals ausgeliehen und ein paar Arbeiten an meiner Genoa gemacht. Hierfür braucht man einfach eine starke Maschine und ich bin froh dass ich diese von Ka’imi ausleihen durfte. Durch mehrere Lagen Segeltuch (Dacron) und zusätzlich noch den UV Schutz zu nähen braucht Kraft. Dies war etwas schwieriger da das Nähen mehr Kraft braucht, das Segel ziemlich gross und auch schwer ist. Aber auch diese Erfahrung hat Spass gemacht und Segelmacher oder so könnte ich mir als Beruf vorstellen, eines Tages wenn ich erwachsen werde.

Weiter gab es natürlich die gängigen Unterhaltsarbeiten. Lackieren vom Holz, dass nach einer Saison natürlich schon wieder abgeschossen war. Die Sonne hier ist unglaublich stark. Dies bedeutete eine Woche täglich schleifen, putzen, lackieren. Hier hatte ich Wetterglück und eine trockene Woche erwischt. Diese Holzarbeiten draussen sind jedoch nicht meine Lieblingsbeschäftigung… Das Holz drinnen braucht dann irgendmal auch eine Auffrischung, aber das meiste kriegt fast keine Sonne und bleibt lange schön. Und frisch lackiertes Teak sieht halt schon klasse aus und wenn das Eigenheim schön aussieht und in Schuss ist bereitet das täglich Freude.

Wasserfilter wechseln und Unterhalt vom Motor geschah natürlich auch aber darauf gehe ich nicht weiter ein. Nichts spezielles hier.

Dann kam eine neue Arbeit und ein grösseres, wichtiges aber finanziell auch etwas schmerzendes Projekt. Da mein altes (stehendes) Rigg über 15 Jahre alt ist und bei einer der Wanten ein Draht gebrochen ist war es an der Zeit das zu tauschen. Riggarbeiten hatte ich bis anhin noch gar keine Erfahrung und es war ein grosser Lernprozess. Ich habe mich eine Weile eingelesen, informationen gesammelt, mit verschiedenen Firmen kontakt gehabt und mich dann entschieden dass selber zu machen. Ich kletterte wohl an die 30 Mal auf den Mast (zum Glück jedoch nicht immer bis zum Top aber es war doch anstrengend) und habe das gesamte Rigg an zwei verschiedenen Tagen zweimal durchgemessen. Mehrmals überprüfte ich meine Bestellung um sicher zu sein dass das richtig hergestellt wird. Gepresst wurde das ganze dann in Florida und zusammen mit dem Steuerungskabel / -kette nach Guatemala versendet. Mit den Nachbarn von Ka’imi haben wir dass dann in 3 Tagen ersetzt. Jede Want und jedes Stag wurde einzeln vom Mast gelöst, ersetzt und wieder gespannt bevor es zum nächsten ging. Hier habe ich viel dazugelernt und bin froh nun sicherer unterwegs zu sein.

Ein weiters Projekt war etwas Unterhalt am Aussenbord Motor. Hier habe ich zusammen mit einem Mechaniker den Grossteil auseinander genommen, ein paar Teile ersetzt und wieder zusammengebaut. Nächstes Mal kann ich das selber.

Wie ihr seht besteht mein Leben immer noch aus täglichem lernen. Dies ist auch gut so und macht Freude. Natürlich haben wir dazwischen auch andere Sachen gemacht, mit Gaby das Schloss besichtigt, zum Wasserfall gefahren, mit anderen Cruisern gemeinsame Essen vorbereitet und auch auswärts geschlemmert. Zu Weihnachten waren wir bei der Marina-Besitzerin eingeladen und liessen es uns gut gehen.

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Boatwork

The highest priority had my rudder chain. It broke on my last trip and I used my emergency tiller since. It could be ordered as one piece and putting it in was not so hard. It only took half a day and the main problem was boat yoga. This is a description of the work in confined and hard to reach spaces. Often you have to climb in somewhere and can not or barely move. The thing you need to reach is far away and you can either see it and not reach, or reach it and not see. Of course you need a third hand to hold a flashlight and often one is hanging upside down to enter a small compartment. And when you finally get in there you either lose that one important screw or realize you don’t have the tool you need. I’m sure most boat owner can relate. This is why everything takes longer on a boat and you encounter new problems almost everytime you do something.

Less priority had my new lazybag. I have never done something like that and it was a great experience. My dear neighbours on Ka’imi let me use their sewing machine and I could by the fabric locally. As a pattern I simply used my old lazybag that was slowly falling into pieces. I started with a smaller project and created a cover for my bbq. This was easy and done in half a day. But the sailbag was quite bigger and it finally took me 4 days to measure, cut, sew and of course correct my mistakes until the new lazybag was done. There are some details I’m not completely happy with but only I see them or someone who really looks for them. And if someone wants to complain I’ll simply say that I made those little mistakes to show that it is handmade. :)
This work was very satisfying. One can sit outside but need a lot of space. On the other side it is a very clean work and in case you do something wrong you can just reopen it and try again. It is different with cutting. I sadly realized that I belong to the group of people that measure once and cut twice instead of the opposite. Overall I am very happy with my first trys at sewing and the results.

Later I borrowed the sewing machine again and did some work on my genoa. For this you really need a strong machine and I’m so happy that I got it from Kim. Sewing through a couple layers of sailcloth and some UV protection material needs a lot of force. This was a bit more difficult, also because the sail is realtively big and heavy. But this also was a lot of fun and I could imagine doing this sailmaker work one day when I grow up.

Other than that I did a lot of the usual maintenance. Varnishing wood which really needed a new touch after one season only. The sun is so strong and so I was working during a week, sanding, cleaning and varnishing. I was lucky with the weather and got a dry week but still, outside woodwork is not my favourite. The wood inside also needs a new layer of varnish one day but since the sun doesn’t get to it, it holds a lot longer and so far it still looks nice. Even though it is a lot of work, varnished teak does look very beautiful on a boat and when your home looks nice and is in good shape that makes you happy.

Changing waterfilters and doing the normal maintenance on the engine was of course on the list as well but I’m not gonna describe more about that since it’s nothing special.

Then there was one new project, a bigger, important but also more costly one. My old standing rigging was probably beyond 15 years old and one of the shrouds had a broken wire so it was time to change it. I’ve never done any work on the rigging and therefore no experience. It took me a while to read a lot, gather information, contact different rigging companies and learn a lot. Then I climbed the mast for more or less 30 times. I measured the complet standing rigging twice on different days to make sure there is no mistake. At least I did not have to climb to the top of the mast every single time but it was still exhausting. Multiple times I rechecked my order before confirming it and my new rigg was produced in Florida. It came together with my other parts from the States and with the neighbours on Ka’imi we replaced it in 3 days of hard work. We exchanged one by one of the shrouds and stays until all of them were new and shiny. I learned a lot about this new topic and it also increases my confidence in the boat.

Another project was the outboard engine. For this I went to see a mechanic and we took most of it apart and replaced some things. Next time I can do this on my own. Mechanics is also something I really like to do even though it’s sometimes a bit dirty.

As you see my life is still full of learning new things every day. This is of course very good and makes me happy. In between we did other things as well, like visiting the castle, a trip to the local warm waterfall and having potlucks and other dinners with marina neighbours. For christmas the marina owner invited us to her place and we spend some quality time there.

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