Gasteintrag Jan & Lara

Hier der Gasteintrag von Lara und Jan welche im März in Roatan zu Besuch waren.

Eine andere Welt
Eigentlich wussten wir was uns erwarten würde, da wir beide bereits Segelerfahrung hatten. Und doch ist immer ein mulmiges Gefühl dabei. Es sind die normalen Fragen, die sich jeder Reisende stellen würde, welche uns besonders beschäftigten:
-Wird es genug Platz haben?
-Was ist wenn etwas nicht klappt wie es geplant ist?
-3 Wochen mit einer Person, die man nicht mal sonderlich gut kennt auf so einem engen Raum. Kann das überhaupt gut gehen?

Selbstverständlich versucht jeder am Anfang einer solchen Reise sich von seiner besten Seite zu zeigen. Doch irgendwann ist auch beim besten Verstellungskünstler der Punkt erreicht an dem man wieder sich selbst sein wird. Und wenn dies eintrifft kann dies auf einem so engen Raum wie auf einem Segelschiff zu heftigen Auseinandersetzungen führen. Das einzige Mittel dagegen ist, dass man sich gut miteinander versteht und vielleicht auch ein bisschen Rum, welcher in der Karibik an jeder Ecke zu kaufen ist.
Ein weiterer sehr zentraler Punkt auf einem Segelschiff ist die Privatsphäre. Die einzige Türe auf Patrics Schiff gehört zur Toilette. Doch auch diese ist nicht abschliessbar und hat auf der oberen Seite eine etwa 20 cm grosse Öffnung. Alle weiteren Räume sind von innen und aussen einsehbar. Es gibt also keine Möglichkeit sich zurückzuziehen und eine Weile für sich alleine zu sein. Jedes Telefongespräch kann mitgehört werden, jedes Kleiderwechseln kann beobachtet werden und alle Macken, ob gross oder klein, bekommt man mit. Die Frage ist hier, wie gut kann jeder Mensch wegschauen um wenigstens die Illusion von Privatsphäre zu schaffen.

Wenn man all diese Punkte überwinden kann und sich ganz auf das Abenteuer Segeltrip einlassen möchte erlebt man etwas, dass so aussergewöhnlich schön ist, dass man immer wieder gehen möchte. Dem Abenteuer sind keine Grenzen gesetzt und man erlebt die Natur von einer Seite, die selten ein Tourist zu Gesicht bekommt. Man lernt Menschen mit anderen Weltanschauungen kennen mit einer Gastfreundschaft, die nicht mit der Schweizer Mentalität zu vergleichen ist. Zudem bietet die Karibik eine kulinarische Vielfalt. Natürlich besonders gut schmecken die selbstgefangenen und frisch zubereiteten Meeresbewohner.

Die Inseln
Roatan selbst ist doch recht touristisch geprägt. Die Infrastruktur ist hervorragend und eignet sich besonders gut um sich mit allem zu Versorgen was man braucht. Aber auch die Riffe um Roatan sind bereits wunderschön und perfekt geeignet für Tauchgänge. Die Riffe zeigen sich in vollster Farbenpracht und es ist fast unmöglich keine freilebende Schildkröte zu sehen. Aber auch andere grosse Tiere wie Haie oder Rochen können angetroffen werden.

Guanaja ist eine Insel auf welcher die Zeit stehen geblieben ist. Selbstverständlich hat auch hier die moderne Welt keinen Halt gemacht. Die Menschen kennen TV, Internet usw. Jedoch hat man stets das Gefühl in der „alten Karibik“ zu sein. So wie sie war als Christoph Kolumbus die Welt umsegelte. Die Menschen kennen den Tourismus nicht. Man kommt an und wird mit Interesse beäugt und als Gast empfangen. Die Insel ist wunderschön und bestens geeignet um sie zu Fuss zu erkunden. Besonders lohnenswert ist ein Fussmarsch von etwa 2-3 Stunden zum Wasserfall mit anschliessender Kletterpartie zu den höher gelegenen Ebenen. Im totalen soll es 10 Wasserfälle haben, wobei man ohne Klettergeschirr und mit etwas Mut nur 3 erreichen kann.

Die Perle um Roatan ist ganz klar die Inselgruppe Cayos Cochinos. Eine Inselgruppe welche zu Forschungszwecken als Naturreservat geführt wird und einzig durch lokale Fischer bewohnt, welche auf einfachste Weise ihrem Handwerk nachgehen. Sie segeln mit einem Holzkayak und einem Leinentuch hinaus aufs offene Meer und angeln mit Faden und Angelhaken die Fische. Besonders beeindruckend ist der Fussmarsch zum Leuchtturm auf Cochino Grande. Nach etwa einer Stunde erreicht man den höchsten Punkt der Insel. Vom Leuchtturm aus überblickt man die ganze Inselgruppe. Einfach atemberaubend!

Patric als Guide
Patric ist eine sehr ausgeglichene und ruhige Person. Egal was passiert, er wirkt nie gestresst oder würde gar laut werden. Man kann richtig von dem gestressten Alltag herunterfahren und zur Ruhe kommen. Und trotzdem ist jeder Tag ein Abenteuer. Tage auf dem Liegestuhl mit einem guten Buch kommen in Patrics Planung nicht oder nur selten vor. Täglich hat er Aktivitäten geplant, welche unmöglich gegen einen Tag auf der faulen Haut getauscht werden kann.
Er versucht wann immer möglich den Schein der Privatsphäre zu wahren. Er hilft wo er kann und erwartet keine Gegenleistung. Schätzt das Geleistete und ist dankbar für jede Hilfe. Die 3 Wochen waren zu jeder Sekunde sehr angenehm. Patric hat sich in einer so kurzen Zeit von einem Bekannten zu einem sehr guten Freund entwickelt.

Herzlichen Dank!
Abschliessend möchten wir uns für die schönsten Ferien unseres bisherigen Lebens in aller Form bedanken. Wenn sich die Gelegenheit bietet, werden wir wieder nach Roatan reisen. Ich kann es jedem empfehlen die lange Reise auf sich zu nehmen und Patric zu besuchen. Es ist jede Sekunde die man im Flugzeug sitzt und jeder Franken den es kostet wert!

Jan & Lara

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